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Killerpilze: Ein bisschen Mittzwanziger-Melancholie

Killerpilze: Ein bisschen Mittzwanziger-Melancholie

Lässig und dabei nachdenklich — auf ihrer neuen CD „High“ zeigt sich die Band auch mal von ihrer sanften Seite

„Wir sind immer noch jung“ — so beschwören die Killerpilze im zweiten Song ihrer neuen CD sich selbst. Nanu, ist es etwa schon Zeit für eine frühe Krise?

 

OZ-Bild

Die Killerpilze heute: Maximilian Schlichter, Johannes Halbig, Fabian Halbig (v.l.).

Quelle: Simon Lohmeyer

Immerhin hat die junge Band schon eine ungewöhnlich lange Geschichte hinter sich: Bereits 2002 formierten sich die Killerpilze im bayrischen Dillingen als Quartett, damals waren die Bandmitglieder noch Schüler. Und weil die Jungs am Karrierestart noch ungewöhnlich jung waren — zum Zeitpunkt ihres Debütalbums „Invasion der Killerpilze“ 2006 hatte noch keiner von ihnen die 17 überschritten — ,bekamen sie reichlich mediale Aufmerksamkeit.

Heute besteht die Band aus Maximilian Schlichter (Gitarre, Gesang), Johannes Halbig (Gesang, Bass) und Fabian Halbig (Schlagzeug). Die bereits sechste CD der Killerpilze heißt „High“; die Mittzwanziger haben sich auf ihrem aktuellen Werk musikalisch etwas breiter aufgestellt. Ein bisschen Rock, ein bisschen Deutschpop, alles so aufgebaut, dass man es auch in einem Stadion spielen könnte. Waren ihre Ursprungstage noch von Rock und Punk geprägt, gehen die Musiker heute wesentlich sanfter zu Werke.

Aber wichtiger sind die Texte: „Ich leb nicht länger in ‘ner Klamotte, die nicht passt“, heißt es im Einstiegssong „Mantra“, da kündigt sich schon mal die Sehnsucht nach Veränderung an. Und: „Wir brennen lieber durch als langsam aus“, wird in „Immer noch jung“ verkündet. Während also die verfließende Jugend noch ein bisschen gefeiert wird, begeben sich die Killerpilze gleichzeitig auf Sinnsuche.

Im Mittelpunkt der Band steht heute der Sänger und Bassist Johannes Halbig, der sich als „Twentysomething“ versteht. Eine kleine Orientierung gibt hier das begleitende Marketing: Die Band sucht „den manchmal vernebelten Sinn des Lebens zwischen Backstageräumen und Reisen“. Aha. Das Partyleben und die ewige Suche nach schnellem Spaß sind natürlich nicht vorbei. „Die guten Frauen sind vom Markt, die besten Männer schwul, wer am Ende übrig bleibt, sind wir“, heißt es in „Major Love“ ironisch. Die Band hat die Härte nicht vergessen: Der Titel „Festival“ bietet im Chorus noch ein paar heftige Rockriffs.

Doch am Ende der CD ist sie wieder da, die Mittzwanziger-Melancholie: Eine Jugend, die sich nach Abschied anfühlt, wird im Schlusssong „Trip“ beschworen. Immerhin gibt‘s hier noch ein bisschen Gitarrengewitter. „High“ wirkt wie ein Übergangsalbum. Mal sehen, was als Nächstes kommt.

Von Thorsten Czarkowski

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