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Musik Killerpilze treiben „Teenie-Dämon“ aus
Nachrichten Kultur Musik Killerpilze treiben „Teenie-Dämon“ aus
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00:00 28.02.2013
Maximilian Schlichter (24, l.), Johannes Halbig (23), Fabian Halbig (20, r.) Quelle: David Schlichter

Sänger Jo(hannes) Halbig ist 23, sein kleiner schlagzeugender und schauspielernder Bruder Fabi(an) ist 20, und Gitarrist Mäx Schächter gar schon 24. Quasi also Männer jetzt. Und immer noch dabei.

OZelot: Sind die Killerpilze jetzt eine Erwachsenenband?

Jo Halbig: Schwierig zu beantworten. Das ist ja sehr relativ. Ich höre zum Beispiel immer noch gerne die Ärzte, und die sind auch mit 50 für mich noch keine Erwachsenen im herkömmlichen Sinne. Aber auf jeden Fall ist es so, dass wir jetzt als Band ernst genommen werden. In den letzten drei Jahren haben wir immer darauf gewartet, diesen entscheidenden Punkt zu erreichen, jetzt haben wir es geschafft. Auch die Medien begegnen uns seit Neuestem anders, ich würde sagen: mit Respekt.

OZelot: Ihr macht sehr viel selbs — oder?

Jo: So gut wie alles. Mäx hat unser Album produziert, und unser eigenes Label haben wir auch. Fabi dreht unsere Videos, ich kümmere mich zusammen mit unserem Manager um Vermarktung und Öffentlichkeitsarbeit.

OZelot: Anfangs wart ihr bei einer großen Plattenfirma unter Vertrag. Käme das für euch noch mal infrage?

Jo: Wir sind nicht auf der Suche, aber wir würden auch niemals nie sagen. Ich habe in diesem Geschäft gelernt, dass man nichts ausschließen sollte. Vor diesem Album haben wir uns mit zwei großen deutschen Labels getroffen, die waren auch interessiert. Aber während wir total fokussiert waren und wussten, dass wir „Grell“ im März veröffentlichen wollten, waren die — wie so oft — viel zu vage. Und bevor wir uns hinhalten lassen, nehmen wir die Sache lieber selbst in die Hand.

OZelot: Ist das nun Popmusik?

Jo: Auf alle Fälle ist „Grell“ das poppigste Album, das wir bisher gemacht haben. Das sind richtige Songs mit Harmonien und Melodien. Um diesen Teeniedämon auszutreiben, war unser letztes Album „Ein bisschen Zeitgeist“ teilweise sehr verschroben. Mit dem Album wollten wir zeigen, dass wir keine Alltagsfliege sind und unseren Ruf verbessern. Das ist uns gelungen, denke ich. Und da wir sowieso keine Lust haben, stehenzubleiben, sind wir auf „Grell“ ins andere Extrem gegangen und haben Lieder mit dem Ziel geschrieben, dass die Leute sie bei den Konzerten mitsingen können.

OZelot: In „Studieren“ singst du die Zeile „Ich will noch Zeit im warmen Schoß der Orientierungslosigkeit“. Hat sich die inzwischen gelegt?

Jo: Ich studiere in München Kommunikationswissenschaften und im Nebenfach Pädagogik.Studieren ist eine schöne Abwechslung zu den Killerpilzen. Diese Zeile traf für mich vor zwei Jahren zu.

Ich hatte das Abi und den Zivildienst hinter mir, habe ein Jahr als Pressepromoter in München gejobbt und war immer strikt gegen ein Studium. Ich konnte mir das einfach nicht vorstellen. Ich habe mich dann trotzdem eingeschrieben, studiere jetzt seit zwei Jahren und genieße es.

OZelot: Was machen die anderen?

Jo: Fabi studiert in München Filmproduktion und Mäx absolviert in Memmingen, was nicht weit entfernt ist von Dillingen, Gitarre. Uns allen tut das Studium nebenbei gut. Die Band geht aber immer noch vor.

OZelot: Ihr spielt im April fünf Konzerte in Frankreich. Wie kommt das denn?

Jo: Wir haben von unserem zweiten Album in Frankreich 17 000 Stück verkauft und haben dort hingebungsvolle Fans. Sie singen unsere Texte mit, und manche lernen wegen uns sogar Deutsch.

Das verwundert uns schon.

OZelot: Du hast anfangs die Ärzte erwähnt. Ist es ein Ziel, mit den Killerpilzen auch mit 50 noch aktiv zu sein?

Jo: Wir sind die letzte Band, die behaupten würde, dass es irgendwann mal genug ist. Wir haben uns trotz allem elf Jahre lang durchgebissen und sind immer noch da. Ich fände es spannend, herauszufinden, was für Musik wir in 30 Jahren machen.

Erste Songs in der Schule
Vier Schüler gründeten die Band 2002 in Dillingen an der Donau. Andreas ‚Schlagi‘ Schlagenhaft verließ die Killerpilze 2007. Zum heutigen Trio gehören Johannes ‚Jo‘ Halbig (Gesang, Gitarre), Maximilian ‚Mäx‘ Schlichter (Gesang, Gitarre) und Fabian ‚Fabi‘ Halbig (Schlagzeug).

Ihre erste Platte „Von vorne durch die Punkallee“ brachten sie 2004 heraus. Aufgenommen hatten sie es in einem Kinderzimmer. 2005 nahm sie Universal unter Vertrag. Die Jungs trennten sich aber später wieder von dem Label. „Grell“ ist ihre sechste Platte und erscheint am 1. März.

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