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Lady Gaga zum Anfassen

Lady Gaga zum Anfassen

Natürlich statt künstlich: So lautet das neue Motto der US-amerikanischen Popsängerin Lady Gaga / Morgen bringt sie ihre neue Platte „Joanne“ heraus / Dem OZelot sagt sie, warum sie nicht mehr „gaga“ sein will

Wir treffen Lady Gaga (30) in Berlin. Gaga, bürgerlicher Name Stefani Germanotta, trägt wenig am Leib, ein leoparden-artiges Oberteil, schwarze Stiefel, die Sonnenbrille legt sie gleich zu Beginn des Gesprächs ab. Denn darum geht es ihr: Mit dem neuen Album „Joanne“ will Lady Gaga nicht mehr als unnahbares, reichlich schräges, Kunstprodukt wahrgenommen werden. Sondern als Mensch wie du und ich, quasi als Gaga zum Anfassen. Vielleicht nimmt sie ihren Interviewpartner auch deshalb dauernd – am Beginn, am Ende und in der Mitte des Gesprächs – in den Arm.

 

OZ-Bild

Will sich nicht länger als buntes Kunstprodutk vermarkten: Die US-Popsängerin Lady Gaga.

Quelle: Universal Music

Die Leute sollen mich als wilden, gefühlvollen Menschen kennenlernen.“

Lady Gaga (30), Popsängerin

Gaga, gerade war auf Fotos zu sehen, wie du mit deinem Dad in einem alten, hellblauen Mercedes durch Malibu fährst. Worauf bist du stolzer? Auf den Führerschein, den du im Juli endlich gemacht hast?

Oder auf dein neues Album „Joanne“?

Lady Gaga (lacht): Ich bin auf beides stolz. Auf die neuen Songs sogar noch ein bisschen mehr. Weil das mehr Arbeit war. Autofahren zu lernen, das geht ja schnell. Diese neue Musik zu machen, das fühlte sich für mich so komplex an wie eine Operation am offenen Herzen.

Und jetzt ist der Patient Lady Gaga, der selbst an einem gebrochenen Herzen litt, auf dem Weg der Genesung?

Lady Gaga: Yeah, ich fühle mich gut. Sehr, sehr gut sogar.

Auf dem Single-Cover von „Perfect Illusion“ siehst du für deine Verhältnisse total natürlich aus. Du springst in Jeans-Shorts und T-Shirt im Sand herum. Ist das Teil einer Art Image-Abrüstung?

Immerhin bist du die Frau mit dem Fleischkleid?

Lady Gaga: Die Jeans-Shorts sind aus Metall und ganz schön hart und schwer. Aber trotzdem, Song, Fotos und Videos sollen kein großes Mode-Statement von mir sein. Wichtig ist, dass mich die Menschen als leidenschaftlichen, wilden, vor Gefühlen überquellenden Menschen kennenlernen.

Bist du weniger Kunstprodukt als früher? Mehr „real“?

Lady Gaga: Sicherlich. Das ist der Ort im Leben, an dem ich mich jetzt befinde. Jedes Mal, wenn ich ein Album mache, dann werde ich selbst zu dieser Musik. Meine Mitstreiter auf diesem Album, Mark Ronson, Beck, Florence Welch, Kevin Parker, Blood Pop, Father John Misty bestärken mich darin. Ich lege auf dem neuen Album viel Augenmerk aufs Musikalische, damit fühle ich mich wahnsinnig wohl.

Wovon handelt „Dancin‘ In Circles“?

Lady Gaga: Es geht darum, vollkommen im Einklang mit deiner Einsamkeit zu sein.

Wie persönlich ist der schöne Country-Folk-Song „A Million Reasons“ mit der Zeile „There are a hundred reasons to walk away/ Maybe I need a good one to stay“?

Lady Gaga: Oh, sooo persönlich. Die Zahl der Menschen in meinem Leben, denen ich mich nahe fühle, die ist wirklich groß. Menschen, die mich auffingen, wenn ich das Gefühl hatte, mir wird der Boden unter den Füßen weggezogen. „A Million Reasons“ ist diesen Menschen gewidmet. Er ist wie ein Gebet dafür, dass ich mich endlich wieder besser fühlen kann.

Hast du viele Freunde?

Lady Gaga: Ja, ich bin ein sozialer Mensch. Aber die wahre Kraft dieses Albums besteht darin, dass ich mir selbst endlich eine gute Freundin geworden bin.

„Joanne“, der Titelsong, ist eine hübsche Folkballade im Stile von Fleetwood Mac, in der es um die verstorbene Schwester deines Vaters geht. „Joanne“ heißt auch das New Yorker Familienlokal, das von deinem Vater geleitet wird.

Lady Gaga: Mein Vater Joe ist so ein bescheidener, lässiger, bodenständiger Mann, und es war immer sein Traum, ein Restaurant zu haben. Jetzt haben wir eins. Uns war wichtig, dass das Lokal kein typischer Promi-Schuppen wird, sondern eine richtige familiäre Trattoria, in der wir unsere italienischen Wurzeln pflegen und zelebrieren.

Album „Joanne“ wird am 21. Oktober veröffentlicht

Interview von Steffen Rüth

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