Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 4 ° Sprühregen

Navigation:
Lindsey Stirling: „Ich habe immer an mich geglaubt“

Lindsey Stirling: „Ich habe immer an mich geglaubt“

Auf ihrer neuen Platte „Brave Enough“ hat die US-amerikanische Geigerin mit vielen Gastmusikern zusammengearbeitet

Mal ehrlich, das war schon ein echt komisches Konzept, mit dem die in Arizona geborene Lindsey Stirling reich und berühmt wurde: Klassische Violine, wilder Tanz und dazu Dance Music – zu Anfang waren die Fachleute gelinde gesagt skeptisch, ob dieses Crossover-Konzept ankommen würde. Tat es dann aber doch, zunächst auf Youtube, inzwischen auch weltweit in den Konzertarenen und Albumcharts.

Bei einer Castingshow haben sie mir gesagt, ich sei nicht talentiert genug.“

Lindsey Stirling, Violonistin

Lindsey, Rivers Cuomo, der Sänger der Indierock-Band Weezer, singt auf deinem neuen Album das Lied „Don’t Let This Feeling Fade“. Wie hast du das denn geschafft?

Lindsey Stirling: Geil, oder? Ich bin Weezer-Fan, seit ich auf der Highschool war. Damals spielte ich in einer Rockband, und wir alle liebten seine Songs. Ich besorgte mir den Kontakt und fragte ihn. Warum nicht? Muss man einfach mal probieren. Rivers hatte sofort Bock, ich musste ihn überhaupt nicht bequatschen.

Hast du Rivers gestanden, wie sehr du auf seine Musik stehst?

Lindsey: Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, nicht so ein blödes Fangirl zu sein. Klappte dann nicht, als wir tatsächlich zusammen im Studio waren, und er seine Gesangsmelodie komponierte.

Ich musste ihm einfach erzählen, wie super ich ihn als Teenager fand.

Hättest du in der High School für möglich gehalten, dass mal ein Popstar aus dir wird?

Lindsey: Nicht im Traum. Als Teenager spielte ich in einer Rockband, das war damals das Allergrößte. Später trat ich bei „America’s Got Talent“ auf und bekam mitgeteilt, dass ich nicht außergewöhnlich und nicht gut genug bin. Das habe ich weggesteckt, weil ich selbst an mich glaubte. Ich denke, bis heute steckt noch viel von jener 16-Jährigen in mir, die mit großen staunenden Augen durchs Leben zieht und überwältigt ist von dem Glück, das sie hatte.

Es sind sowieso jede Menge Gesangsgäste auf deinem Album. Haben die alle ihre Texte und Melodien selbst geschrieben?

Lindsey: Nein, das durfte nur Rivers. Alles andere ist von mir. Ich war anfangs besorgt, ob die neuen Songs gut genug sind, weil sie mich an Orte bringen, an denen ich vorher noch nie war.

Jetzt gibt es ja nicht nur Dance und Violine, sondern auch Country, ein bisschen Rock und sogar einen Rapper.

Um welche Sorte von Tapferkeit geht es denn im von Christina Perri gesungenen Titelstück „Brave Enough“?

Lindsey: Um den Mut, den es braucht, sein Herz zu öffnen und jemand anderes dort hineinzulassen. Ich habe mich lange selbst verschlossen und ließ Möglichkeiten ungenutzt, weil ich mich nicht verletzlich zeigen wollte. Ich bessere mich, was meine emotionale Balance angeht, bin aber noch nicht dort, wo ich hin will.

Du wirst 30 im September. Ein Einschnitt?

Lindsey: Schon, 30 ist eine wichtige Wegmarke. Ich will das feiern. Man weiß ja nie, was passiert. Im vergangenen Jahr starb mein guter Freund, der Musiker Jason „Gavi“ Gaviati an Krebs. Sein Tod war ein unglaublicher Schock, der mich wochenlang lähmte. Später im Studio konnte ich meine ganzen Gefühle rauslassen. Meine Trauer in diese Lieder umwandeln zu können, das hat mir sehr gut getan.

Interview von Steffen Rüth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
München

Seit den frühen 1960er Jahren steht der amerikanische Trompeter Herb Alpert für entspannte Wohlfühlmusik – ein Sound, der ihm über 70 Millionen verkaufte Tonträger und neun Grammys bescherte. Dabei ist Musik nur eine von vielen Facetten des 81-jährigen Künstlers.

mehr
Mehr aus Musik
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.