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Live-Offensive von ACT startet mit Wollny

Berlin Live-Offensive von ACT startet mit Wollny

Der erfolgreichste, für viele auch beste deutsche Jazzmusiker Michael Wollny liefert einen „Nachschlag“ - und startet damit eine Reihe von Live-Aufnahmen seines Labels ACT im Winter und Frühjahr.

Berlin. Der erfolgreichste, für viele auch beste deutsche Jazzmusiker Michael Wollny liefert einen „Nachschlag“ - und startet damit eine Reihe von Live-Aufnahmen seines Labels ACT im Winter und Frühjahr.

„Klangspuren“ heißt die Ende Februar erschienene Hamburger Konzertaufnahme, die Wollny mit dem Erfolg seines Albums „Nachtfahrten“ (2015) im Rücken einspielte. Auf der CD sind Tracks aus der jüngsten Erfolgsplatte des 37-Jährigen zu hören, die - sehr ungewöhnlich für Jazz - wie der Vorgänger in den deutschen Albumcharts landete und von der Kritik unisono gefeiert wurde.

Wollny bildet ein Trio mit Christian Weber (Bass) und Eric Schaefer (Schlagzeug), und alle drei sind in fabelhafter Form bei diesen meist innig-balladesken, teilweise aber auch explosiv-expressiven Nachtstücken.

Eine beigelegte DVD präsentiert das Michael Wollny Trio bei den Leverkusener Jazztagen 2014 mit Musik des vorherigen Albums „Weltentraum“. Es führte klassische Kompositionen von Alban Berg und Paul Hindemith beispielsweise mit dem dem wunderschönen Popsong „Little Person“ von Jon Brion zusammen. Fazit: „Klangspuren“ vereint in einer „Collector's Edition“ zwei der schönsten Jazzalben der vergangenen Jahre im Live-Format.

Ende Februar hat ACT, das Label des großen Jazz-Enthusiasten Siggi Loch, auch „Lost Hero - Tears For Esbjörn“ veröffentlicht. Wie der Untertitel des in der Berliner Philharmonie mitgeschnittenen Konzerts schon andeutet: Es geht um Musik aus dem Repertoire des schwedischen Wunder-Pianisten Esbjörn Svensson, der 2008 mit nur 44 Jahren beim Tauchen tödlich verunglückte.

In der skandinavischen All-Star-Besetzung Iiro Rantala (Piano), Ulf Wakenius (Gitarre), Lars Danielsson (Bass), Morten Lund (Schlagzeug) und Viktoria Tolstoy (Gesang) werden Glanzpunkte aus Svenssons Karriere geboten, in eindrucksvollen, manchmal fast zu respektvollen Versionen. Hinzu kommen Rantalas Hommage „Tears For Esbjörn“ und zum Schluss John Lennons „Imagine“. Hochklassig.

Das gilt auch für ein Live-Album, das Ende April auf der ACT-Veröffentlichungsliste steht: „The Ystad Concert - A Tribute To Jan Johansson“ vom Pianisten Jan Lundgren (Trio „Mare Nostrum“, Nils Landgren Quartet) - eine tiefe Verbeugung vor dem schwedischen, folkloristisch oder auch neoklassisch geprägten Jazz. Man muss kein großer Prophet sein um vorherzusagen, dass dieses mit Mattias Svensson (Bass) und einem Streichquartett eingespielte Album zu den Highlights des Jazz-Frühlings 2016 gehören dürfte.

dpa

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