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Max Prosa dichtet auf alter Schreibmaschine

Max Max Prosa dichtet auf alter Schreibmaschine

Der 23-jährige Liedermacher aus Berlin singt auf seiner neuen Platte „Rangoon“ über politische Themen wie ein Massaker in Myanmar.

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Verträumter Blick und politische Texte: Liedermacher Max Prosa.

Quelle: Sandra Ludewig

Lässige Locken, traumverlorener Blick — Max Prosa verkörpert das Klischee des romantischen Troubadours schlechthin. Mit bürgerlichem Namen heißt er Max Podeschwig und bringt am 19. April seine Platte „Rangoon“ heraus. Der OZelot sprach mit dem Nachwuchstalent aus Berlin.

OZelot: „Die Töne durften ohne vorgegebenes Soundkorsett einfach entstehen und fließen“, heißt es im Begleittext zum Album. Überlässt du im Studio vieles dem Zufall?

Max Prosa: Wir sind schon zielgerichtet, aber in Dingen, bei denen andere vielleicht nicht so zielgerichtet sind. Uns geht es vor allem darum, die Atmosphäre und die Kraft von diesem Prozess einzufangen und diese zu hören und zu fühlen.

OZelot: Wie kommen die Songs zu dir?

Max: Nun, sie kommen eben einfach. Ich muss immer aufmerksam sein für das, was mich beschäftigt. Das halte ich fest in einem Büchlein. Da sind Gedanken und Sätze drin, die für mich eine weiterreichende Bedeutung haben. Diese kombiniere ich ab und an miteinander. Daraus entstehen dann wieder neue Bilder, die ich irgendwann zu einem Puzzle verknüpfe.

OZelot: Was hast du dir zuletzt notiert?

Max: (fummelt ein zerknittertes Stück Papier aus der Hosentasche) Neulich war ich im Berliner Dom und habe dort die Johannespassion gesehen. Dabei habe ich mir die Zeilen „Nichts ist uns mehr heilig/Wir haben keinen König“ aufgeschrieben.

OZelot: Stimmt es, dass du deine Texte auf einer alten Schreibmaschine tippst?

Max: Ja, manchmal. Zwischen mechanischer Schreibmaschine und Computer zu wechseln ist, als spielte man ein Lied auf so verschiedenen Instrumenten wie Gitarre und Klavier. Auf diese Weise lese beziehungsweise höre ich meine Texte noch mal anders.

OZelot: Im Titelsong, „Rangoon“, beklagst du das Massaker an den Mönchen der sogenannten Safran Revolution in Myanmar. Inwieweit hat dieses Ereignis dich politisiert?

Max: Nun, das Böse ist nicht 70 Jahre alt, es ist immer noch da. Ständig werden Menschen sinnlos gemordet, nur nicht in unserer schönen „Heile-Welt-Blase“. Dafür möchte ich ein Bewusstsein entwickeln. Es ist doch so, dass wir hier die Menschenrechte haben, aber woanders zählen sie nicht. Deswegen geht es uns hier so gut. Wenn man unser Wirtschafts-System einmal hinterfragt, stößt man unweigerlich darauf. Rangoon (Sony), VÖ: 19. 4. 2013

Interview: Olaf Neumann

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