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Mayer Hawthorne verneigt sich vor alten Meistern

Mayer Mayer Hawthorne verneigt sich vor alten Meistern

Die dritte Platte des US-Amerikaners ist retro und trotzdem modern: Die Songs sind soulig, verführerisch und auch mal humorvoll.

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Kleidet sich gerne extravagant: Mayer Hawthorne (34).

Quelle: promo

Die Tage des Mayer Hawthorne als Geheimtipp dürften gezählt sein. Wer Justin Timberlake, Daft Punk oder Robin Thicke mag, wird an diesem lässigen Mittdreißiger aus Michigan und seinem dritten Album „Where does this Door go“ weder vorbeikommen können noch wollen.

„Jeder Mann, der behauptet, ein Kenner der weiblichen Gefühlswelt zu sein, ist ein verfluchter Idiot“. Mayer Hawthorne lacht schallend am südkalifornischen Ende der Telefonleitung, die Frau an sich, das wird im Gespräch sehr schnell deutlich, ist ihm als Musiker und Mensch ein echtes Herzensanliegen. „Der Versuch, die Mädchen zu verstehen, ist eine Lebensaufgabe. Ich hatte das Glück, hinreißende Erfahrungen mit Frauen gemacht und von jeder etwas gelernt zu haben. Doch die Suche nach dem finalen Gegenstück dort draußen, das ist das kniffligste Puzzle der Welt.“ Der Song „The only One“ befasst sich mit dem Thema eines zumindest theoretisch möglichen „Für-Immer“, während Hawthorne gleich reihenweise, so in „Back Seat Lover“, „Wine Glass Woman“ oder „Corsican Rosé“, über seine Kernkompetenz — den amourösen Schnappschuss — singt.

„Where does this Door go“ heißt das Album, auf dem alle diese souligen, verführerischen und auch sehr humorvollen Nummern versammelt sind. Es ist bereits das dritte des als Andrew Mayer Cohen in Ann Arbor in Michigan geborenen 34-Jährigen, und es ist sein bis dato modernstes und zeitgenössischstes. „Mein Sound ist an die alten Meister angelehnt“, stellt Hawthorne klar. Die neuen Songs sind folglich immer noch leicht retro, aber nicht zuletzt dank Mitstreitern wie Kendrick Lamar („Crime“), Jessie Ware („Her favorite Song“) und dem aktuell sehr fleißigen Pharrell Williams („Reach out Richard“) doch auch sehr knackfrisch. Mit seiner Falsetto-Stimme erinnert Mayer etwas an Philip Bailey, den Sänger der legendären Earth, Wind & Fire, oder auch an Justin Timberlake, doch sind die Lieder cooler, erwachsener, abgehangener, lässiger, weniger offensichtlich auf Radiohit getrimmt als die des Kollegen.

Album „Where does this Door go“

 

Steffen Rüth

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