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Musik Mélissa Laveaux: ein schwarzer Schwan?
Nachrichten Kultur Musik Mélissa Laveaux: ein schwarzer Schwan?
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00:00 12.09.2013

Das Erste, was beim neuen Album von Mélissa Laveaux auffällt, ist das außergewöhnlich schöne CD-Cover. Das Foto einer russischen Künstlerin zeigt einen kleinen weißen Baby-Elch, der inmitten einer riesigen Herde von ausgewachsenen schwarzen Elchen läuft. „Monatelang habe ich mit meiner Plattenfirma darum kämpfen müssen, es auch verwenden zu dürfen, denn die wollten viel lieber ein Foto von mir selbst vornedrauf haben“, sagt Mélissa beim Gespräch in Berlin. „Doch ich bestand auf diesem Bild. Es drückt einfach perfekt aus, wie ich mich fühle.“

Mélissa Laveaux ist das Kind haitianischer Auswanderer, sie kam im kanadischen Montreal zur Welt und lebte einige Jahre in Ottawa, bevor sie 2008 ihrerseits auswanderte: und zwar nach Paris, wo sie bis heute lebt. Sieht sie sich als Außenseiterin? „Das auch. Aber vor allem nehme ich Bezug auf meine ersten zwei Jahre in Paris. Ich fühlte mich allein und überhaupt nicht heimisch dort.“ Sie hatte in Kanada zusammen mit einem befreundeten Musiker und ohne größere Erwartungen ein erstes Album aufgenommen. „Und die französische Plattenfirma hatte mich ganz klassisch auf Myspace entdeckt und nach Paris gelotst.“ Mit der Zeit wurde Mélissa wärmer mit den Franzosen, vor zwei Jahren hat sie sogar einen von ihnen geheiratet.

Ähnlich außergewöhnlich wie ihre Vita ist auch ihre Musik. Die Grundsubstanz der Songs ist ein mit rhythmischen Beats und Funk-Einflüssen angereicherter Folk, aber auch Einflüsse aus Soul und Jazz sind deutlich herauszuhören. Gehaltvoll sind auch die Texte. Manch ein Song handelt vom Thema Neuanfang, und das an und für sich fröhlich und sommerlich klingende „Pretty Girls“ ist inhaltlich überhaupt nicht lustig. „‘Pretty Girls‘ ist ein drastisches Lied über Mädchen, die sich selbst verletzen. Aber die Leute können natürlich auch gerne zu dem Song tanzen.“ Live: 27.9., Berlin (Bohannon)

28.9., Hamburg, Reeperbahn-Festival

Steffen Rüth

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