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Melotron: Alles auf Anfang

Melotron: Alles auf Anfang

Die Neubrandenburger Band stellt am 26. November im Rostocker Mau-Club ihre Platte „Für alle“ vor

Der OZelot sprach mit dem Sänger und Songschreiber Andy Krüger über Zeiten des Umbruchs.

War es sehr stressig, die Platte rechtzeitig fertigzubekommen?

Andy Krüger: Das war tatsächlich ganz schön stressig. Wir wohnen ja alle in den verschiedensten Himmelsrichtungen und finden uns – der Technik sei Dank – immer via Skype oder Ähnlichem zusammen. In den letzten Wochen haben wir wirklich viel gearbeitet und viel kommuniziert miteinander, so dass wir am 26. November die neuen Songs zum ersten Mal präsentieren können.

Wo wohnt ihr denn?

Früher wohnten wir ja alle in Neubrandenburg, das hat sich aber etwas zerschlagen. Edgar lebt jetzt in Hessen, ich in einem Dorf im Müritzkreis und Kay in Neubrandenburg.

Und ihr präsentiert die Songs am 26. November wirklich zum ersten Mal?

Es kann wirklich keiner vorher reinhören. Das haben wir vorher auch noch nie so gemacht. Es ist sehr spannend für uns, wie das Publikum reagieren wird. Es kann gut werden, aber auch nach hinten losgehen. Es ist ein kleines Experiment, das uns Spaß macht.

Warum macht ihr das dieses Mal so?

Weil wir’s mal wissen wollen. Da reden wir eigentlich von, seit es uns gibt. Jetzt machen wir es einfach in Rostock. Wir kommen ja auch aus MV.

Ihr kommt ja aber nicht aus Rostock, sondern aus Neubrandenburg. Warum stellt ihr die Platte nicht dort vor?

In den vergangenen Jahren haben wir die Release-Konzerte immer im Mau-Club gemacht. Neubrandenburg lassen wir auf unserer Tour aus, weil es für uns ein schwieriges Feld ist.

Inwiefern?

Da kennen einen alle, das ist irgendwie was ganz anderes. In anderen Städten sind wir mehr Künstler, zu Hause sind wir gehemmter. Irgendwann haben wir deswegen entschieden, dass wir unseren MV-Auftritt in Rostock machen. Da kommen dann ja trotzdem viele Neubrandenburger hin.

Wie läuft das denn bei euch ab, wenn ihr eine neue Platte produziert? Andy, du schreibst die Songs?

In der Regel haben wir immer klare Arbeitsaufteilungen. Die Musik kommt von mir, die Texte schreibt Edgar und zusammen mit Kay wird dann alles produziert. Diese Aufteilung ist beim neuen Album aber zum ersten Mal aufgebrochen – wie so vieles. Edgar steuert zwei bis drei Songs dazu, ich hab’ mich auch mal an einem Text ausprobiert. Alles ist lockerer geworden.

Gefällt dir ein Song auf der neuen Platte besonders gut?

Es gibt einen Song, der uns allen am besten gefällt. „Alles auf Anfang“ heißt er. Der Titel drückt das Motto aus, das wir gerade verfolgen.

Alles auf Anfang also. Bei den vergangenen Alben habt ihr auch viel die Liebe besungen. Das ist dieses Mal auch anders, oder?

Bis jetzt ist das kaum Thema. Es geht vielmehr um Gesellschaftskritik, das Leben und es gibt eine düstere, melancholische Seite. Wahrscheinlich sind wir auch deshalb so entspannt, weil wir wissen, dass alles endlich ist.

Ihr singt deutsch, habt aber inzwischen Fans auf der ganzen Welt beziehungsweise sogar mehr Fans im Ausland als in Deutschland. Wie erklärt ihr euch das? Lebt die Musik nicht vor allem auch durch die gut verständlichen Texte?

Das ist wirklich komisch. Vielleicht liegt es daran, dass wir im Ausland Exotenbonus genießen. Der Klang der deutschen Sprache passt auch einfach wunderbar zu elektronischer Musik. Die Sache ist rund für die Leute. Deshalb touren wir im kommenden Jahr auch wieder durch Russland, Südamerika und Skandinavien.

Könnt ihr vom Musikmachen eigentlich leben?

Es ist schwieriger geworden. Musik hat für junge Menschen nicht mehr so einen hohen Stellenwert. Es geht uns aber gut. Wir haben noch ein paar Nebentätigkeiten, die alle irgendwas mit Musik zu tun haben. Ich zum Beispiel produziere Hörspiele.

Nach eurem Konzert gibt es noch eine Depeche-Mode-Party. Feiert ihr da mit?

Es ist super, dass die Party im Anschluss ist. Wir mögen es nicht, direkt nach einem Konzert nach Hause zu gehen. Wir feiern immer noch mit den Fans danach.

Ist Depeche Mode denn ein Vorbild von euch?

Früher war diese Band unser großes Vorbild. Das hat sich inzwischen alles ein bisschen gegeben, weil wir viel offener für alle möglichen Musikrichtungen geworden sind.

Was hörst du denn noch gerne?

Gerade viel Klassik und alles Mögliche querbeet. Es gibt so viel schöne Musik abseits des Mainstreams.

Im kommenden Jahr kommt Depeche Mode nach Deutschland. Besucht ihr eines der Konzerte? Habt ihr mal angefragt, ob ihr da als Vorband auf der Bühne stehen könntet?

Wir würden das natürlich machen, das wäre ein Traum. Wir wissen aber aus Insiderkreisen, dass die Band immer Support dabeihat. Da braucht man nicht anzufragen.

Interview: Nele Baumann

INFO: Mau-Club Rostock, 26.11.

Einlass: 21 Uhr, Karten: 17,40 Euro (VVK), im Anschluss DM-Party

OZ

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