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Milliarden-Debüt: „Die Welt braucht neue Lieder“

Milliarden-Debüt: „Die Welt braucht neue Lieder“

„Wir sind glücklich, aber abgebrannt“, sagt Milliarden-Sänger Ben Hartmann gleich zu Beginn des Interviews und lacht.

„Wir sind glücklich, aber abgebrannt“, sagt Milliarden-Sänger Ben Hartmann gleich zu Beginn des Interviews und lacht. Er und Band-Pianist Johannes Aue sitzen gut gelaunt, aber doch sichtlich erschöpft auf dem Hotelsofa. Vor ein paar Tagen haben die Freunde als Kistenpacker gejobbt, die Musik reicht noch nicht, um ohne Zubrot leben zu können. Und doch sind die Berliner genau da, wo sie hinwollten. „Ich bin schweinereich/hab kein Geld /ich mache/was ich will/ ich kauf mir die Welt. /Und ohne was zu haben/ habe ich Milliarden“ singt Ben in „Milliardär“ auf dem Debüt-Album „Betrüger“.

Die deutschsprachige Band durfte schon vor ihrem ersten eigenen Album die großen Festivals bespielen. Bei Rock im Park eröffnete sie sogar die Hauptbühne und wurde von Tausenden gefeiert. „Allein wenn 30 Leute mitsingen, reiße ich schon die Arme hoch“, beschreibt Ben seinen Glücksmoment. Inzwischen füllen Milliarden selber Konzertsäle. Aber wer ist diese Band, die mit ihrem Punk-Spirit so unbekümmert und leidenschaftlich durch die Musiklandschaft jammt und einen Sänger hat, der sich die Seele aus dem Leib zu singen scheint? Dem man am liebsten Halstabletten spendieren möchte, damit die Stimme auch ja durchhält?

„Die Welt braucht neue Lieder“, singt Ben. Und es scheint so, als hätten die Berliner mit ihren 14 Songs einen Nerv getroffen. Das Unangepasste und Rebellische nimmt man ihnen ab. Und Frontmann Ben lebt das auf der Bühne. „Ich will Frieden/Ich will Krieg/ Ich will immer alles anders /als es heute aussieht“, heißt es in „Freiheit ist ’ne Hure“. Die Songs sind ungeschönt und haben eine raue, kantige Lyrik. Widerspruch ist das große Thema. „Blitzkrieg Ballkleid“ oder „Kokain und Himbeereis“ erzählen von Glück trotz Niederlagen, dem Pleitegeier und einer neuen Chance, vom Hadern zwischen Kommerz und Kunst.

Bens erste musikalische Quelle allerdings war Vaters zusammengestellte Urlaubskassette mit Queen, John Lennon und Silly. Später sang er als Punkrocker meist Englisch. „Irgendwann kam die Erkenntnis, sich der Sprache zu stellen, in der man denkt“, sagt der Endzwanziger und blickt zufrieden zu seinem besten Freund und Ruhepool Johannes, der ihm am Klavier dafür Mut gemacht hat.

OZ

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