Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Musik Musikalische Selbsterklärungen: Jack Savoretti
Nachrichten Kultur Musik Musikalische Selbsterklärungen: Jack Savoretti
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 10.11.2016

Seine 2015er CD „Written in Scars“ verkaufte sich 100000 Mal – der britische Singer/Songwriter Jack Savoretti könnte eigentlich zufrieden sein. Vorausgegangen war aber ein langer Kampf um künstlerische Unabhängigkeit, viele Unsicherheiten eingeschlossen. Der Erfolg gab dem Musiker schließlich recht. Nach der erfolgreichen Tournee von 2015 war Savoretti zunächst ausgebrannt, aber dann kam die Kreativität mit aller Macht zurück: „Ich hämmerte buchstäblich an die Studiotür meiner Freunde“, erinnert sich Jack Savoretti, „nach dem Motto: Ich muss da dringend wieder rein!’“

Es folgte ein ehrgeiziger Arbeitsprozess. Denn der Musiker wollte jeden Song innerhalb eines Tages geschrieben, aufgenommen und fertiggestellt haben. „Ich wollte festhalten, wie man einen Song zum allerersten Mal singt“, sagt der Musiker. Daraus wurde dann das neue Album, das den Titel „Sleep No More“ erhielt. Zwölf Songs legen davon Zeugnis ab, von der poppigen Leadsingle „When We were Lovers“ bis zum Schlussstück „Lullaby Loving.“

Im Grunde ist es ein mit Folk und Country versetzter Gitarrenpop, den Jack Savoretti unter die Leute bringt, die musikalischen Einflüsse reichen von Arcade Fire bis Neil Young. Die italienischen Wurzeln – Jack Savorettis Großeltern kamen im Zweiten Weltkrieg von Italien nach Großbritannien – sind musikalisch kaum zu erkennen, aber im traditionell geprägten Männerbild schon. „Ich dachte mir, ich müsste mal ein Album schreiben über Typen wie mich und darüber, was die so durchmachen“, meint Savoretti, „wie hart es ist, Vater zu sein, einen Job zu machen, Rechnungen zu zahlen und gleichzeitig nicht zum Alkoholiker oder Drogensüchtigen zu werden.“ Diese Dramatik hört man den Songs kaum an, sie sind mehr Selbsterklärungen. „Dieses Album ist so ziemlich eine Bestätigung dafür, dass ich noch immer total durcheinander und verloren bin“, offenbart der Musiker.

Jack Savoretti „Sleep No More“ (BMG), seit 28. Oktober im Handel

Thorsten Czarkowski

Mehr zum Thema
Greifswald Schwierige Zeiten am Theater Vorpommern: Nächste Schritte der Reform in der Schwebe - Fusion soll ohne Entlassungen klappen

Unsicherheit unter den Mitarbeitern wächst / Reformprozess geht nur schleppend voran

05.11.2016

Die Kompetenz für Vorpommern und AfD-Mann Thomas Treig bilden eine gemeinsame Fraktion / Vorbehalte gegen seine Partei findet Treig „langweilig“

05.11.2016

Martin Luther war ein Alphatier, Polarisierer und schlimmer Antisemit - die Historikerin Lyndal Roper macht Schluss mit dem Mythos vom sympathischen Reformator. In ihrer Luther-Biografie untersucht sie auch die Bedeutung von Luthers Darmträgheit für die Reformation.

09.11.2016

Der Österreicher Rainhard Fendrich hatte schon immer ein Faible für sozialkritische Themen. Nur waren sie meist amüsant verpackt, in Songs wie „Macho, Macho“ oder „Es lebe der Sport“.

10.11.2016

Anfang November ist ihre neue Platte „Here“ erschienen / Dem OZelot sagt die Sängerin, warum sie nicht nach Perfektion strebt

10.11.2016

Synth-Pop-Elemente, basslastige Experimente, Loops und groovende Basslinien: Das ist die australische Psychedelic-Dance-Band Jagwar Ma.

10.11.2016
Anzeige