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Musikalische Selbsterklärungen: Jack Savoretti

Musikalische Selbsterklärungen: Jack Savoretti

Seine 2015er CD „Written in Scars“ verkaufte sich 100000 Mal – der britische Singer/Songwriter Jack Savoretti könnte eigentlich zufrieden sein.

Seine 2015er CD „Written in Scars“ verkaufte sich 100000 Mal – der britische Singer/Songwriter Jack Savoretti könnte eigentlich zufrieden sein. Vorausgegangen war aber ein langer Kampf um künstlerische Unabhängigkeit, viele Unsicherheiten eingeschlossen. Der Erfolg gab dem Musiker schließlich recht. Nach der erfolgreichen Tournee von 2015 war Savoretti zunächst ausgebrannt, aber dann kam die Kreativität mit aller Macht zurück: „Ich hämmerte buchstäblich an die Studiotür meiner Freunde“, erinnert sich Jack Savoretti, „nach dem Motto: Ich muss da dringend wieder rein!’“

Es folgte ein ehrgeiziger Arbeitsprozess. Denn der Musiker wollte jeden Song innerhalb eines Tages geschrieben, aufgenommen und fertiggestellt haben. „Ich wollte festhalten, wie man einen Song zum allerersten Mal singt“, sagt der Musiker. Daraus wurde dann das neue Album, das den Titel „Sleep No More“ erhielt. Zwölf Songs legen davon Zeugnis ab, von der poppigen Leadsingle „When We were Lovers“ bis zum Schlussstück „Lullaby Loving.“

Im Grunde ist es ein mit Folk und Country versetzter Gitarrenpop, den Jack Savoretti unter die Leute bringt, die musikalischen Einflüsse reichen von Arcade Fire bis Neil Young. Die italienischen Wurzeln – Jack Savorettis Großeltern kamen im Zweiten Weltkrieg von Italien nach Großbritannien – sind musikalisch kaum zu erkennen, aber im traditionell geprägten Männerbild schon. „Ich dachte mir, ich müsste mal ein Album schreiben über Typen wie mich und darüber, was die so durchmachen“, meint Savoretti, „wie hart es ist, Vater zu sein, einen Job zu machen, Rechnungen zu zahlen und gleichzeitig nicht zum Alkoholiker oder Drogensüchtigen zu werden.“ Diese Dramatik hört man den Songs kaum an, sie sind mehr Selbsterklärungen. „Dieses Album ist so ziemlich eine Bestätigung dafür, dass ich noch immer total durcheinander und verloren bin“, offenbart der Musiker.

Jack Savoretti „Sleep No More“ (BMG), seit 28. Oktober im Handel

Thorsten Czarkowski

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