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Neue Pariser Konzerthalle: Auf einer Insel inmitten der Seine

Programmauftakt mit Bob Dylan Neue Pariser Konzerthalle: Auf einer Insel inmitten der Seine

Sie liegt auf einer Insel und gleicht einem Kreuzfahrtriesen. Doch nicht nur die Lage der neuen futuristischen Konzerthalle ist einzigartig. Den Programmauftakt gab der Rock-Poet Bob Dylan.

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Die Halle wurde vom japanischen Stararchitekten Ban entworfen.

Quelle: Laurent Blossier

Paris (dpa) – Paris hat erst vor zwei Jahren seine spektakuläre Philharmonie von Jean Nouvel eingeweiht. Mit „Seine Musicale“ hat die französische Metropole neben dem legendären Zénith, dem berühmten Saal Pleyel und der Opéra national einen Musikkomplex mehr.

Jeder hat seine Besonderheit. Die „Seine Musicale“ setzt auf ihre Lage und ihr Konzept. Sie liegt auf einer kleinen Seine-Insel im Westen von Paris, ihr Motto: Musik für alle. Als ersten Star hat die neue Konzerthalle den Rock-Poeten Bob Dylan angeheuert.

Der neue mehr als 35 000 Quadratmeter große Musikkomplex gleicht einem Kreuzfahrtriesen. Die geografische Lage habe natürlich die Form beeinflusst, sagte der japanische Stararchitekt Shigeru Ban im Vorfeld der Eröffnung. „Das Gebäude sollte einem riesigen Schiff gleichen mit einem gigantischen Segel aus Solarzellen“, erklärte der Pritzker-Preisträger. Die Architektur hat der 59-Jährige zusammen mit dem Franzosen Jean de Gastines entworfen. Als Team haben Shigeru und Gastines auch schon am Centre Pompidou in Metz gearbeitet.

Die „Seine Musicale“ liegt mit ihren 350 Metern Länge tatsächlich wie ein Schiff in der Seine. Das „Segel“ aus Solarzellen ist über 45 Meter hoch und wirft je nach Tageszeit herrliche Spiegelbilder auf die Wasseroberfläche. Von innen hat man von fast überall einen Blick auf Flussufer. Überall gibt es Terrassen, wie auf einem Schiff mit mehreren Decks.

Insgesamt verfügt der Komplex über ein Auditorium mit 1150 Plätzen, einen Veranstaltungssaal mit 4000 bis 6000 Sitzen sowie mehreren Aufnahmestudios. Vor allem das Auditorium trägt die Handschrift von Shigeru und Gastines. Seine Struktur ist aus Holz und die netzartige Verkleidung der Wände erinnert an das Muster, das sich unter der lichtdurchlässigen Dachmembran des Centre Pompidou widerspiegelt.

Auf der über 11 Hektar großen Insel standen bis 1992 die Renault-Werke. Ursprünglich wollte der französische Sammler und Milliardär François Pinault sein Museum dort errichten. Doch das Projekt fiel nach jahrelanger Probleme ins Wasser. Dann wurde die Neugestaltung der ganzen Insel Frankreichs Stararchitekt Jean Nouvel anvertraut, dessen Projekt neben der neuen Konzerthalle auch einen zukünftigen riesigen Garten sowie ein Kunst- und Kulturzentrum vorsieht.

Die „Seine Musicale“ will „Musik für alle“ anbieten. In den nächsten Tagen steht mit „Insula Orchestra“ Klassik auf dem Programm, im Mai Jazz und im September das Musical „Porgy and Bess“ von George Gershwin. Den Auftakt gab am Freitag der legendäre Folk- und Rockmusiker Bob Dylan. Der Start war vielversprechend und das Publikum begeistert.

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