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Norah Jones: „Diese üble Phase ist vorbei“

Norah Jones: „Diese üble Phase ist vorbei“

Die Sängerin aus den USA hat ihr sechstes Album „Day Breaks“ herausgebracht

Die in Texas aufgewachsene Tochter der Sitar-Legende Ravi Shankar feierte 2002 gleich mit dem ersten Album „Come Away With Me“ einen Jahrhunderterfolg. Dem OZelot sagt sie. was sie zum neuen Album – das eine deutliche Rückkehr zum Stil des Debüts markiert – inspiriert hat. Nämlich ein Auftritt vor zwei Jahren in Washington, gemeinsam mit einer Reihe von legendären Jazzern wie Saxofonist Wayne Shorter, Schlagzeuger Brian Blade, und Bassist John Patitucci, die jetzt alle auch auf „Day Breaks“ mitspielen.

Norah, was hat dich nach dem eher kantigen, von Danger Mouse produzierten, Album „Little Broken Hearts“ dazu bewogen, dich nun wieder stärker auf sanften Jazz und auf Pianospiel zu fokussieren?

Norah: Hinter dieser Entscheidung steckt kein Kalkül. Nach dem Blue-Note-Konzert fühlte ich mich einfach irrsinnig beseelt. Der Ideenknopf in meinem Kopf schaltete sich an, das Rad begann sich zu drehen, und mir fielen Songs in dieser klassischen Richtung ein.

Hast du eine Automatik im Kopf?

Norah: Ich kann das nicht steuern. Als ich mit diesem Album begann, war ich kurz zuvor zum ersten Mal Mutter geworden, ich hatte wirklich genug andere Dinge um die Ohren, und doch saß ich immer wieder am Klavier. Songschreiben ist bei mir übrigens keine schnelle Angelegenheit. Ich brauche Zeit und könnte niemals ein Lied innerhalb eines Tages komponieren.

Ist es wahr, dass du einige der neuen Songs in der Küche komponiert hast?

Norah (lacht): Ja. Das ist tatsächlich so. Auf dem Küchenklavier.

Andere Leute haben einen Herd und einen Kühlschrank in der Küche. Du hast ein Klavier?

Norah: Also, Herd und Kühlschrank haben wir auch (lacht). Es ist ja nur ein kleines Klavier, das auch nicht mitten in der Küche steht, sondern in der Ecke. Oben im Haus habe ich mein Musikzimmer, in dem ein großes Piano steht. Das Küchenklavier ist halt so wahnsinnig praktisch. Den Song „Carry On“ habe ich zum Beispiel fast komplett in der Küche geschrieben.

Dein Sohn ist jetzt zweieinhalb

Norah: und haut schon fleißig in die Tasten!

Im Mai bist du zum zweiten Mal Mutter geworden, du bist glücklich verheiratet mit einem Musikerkollegen. Ein Trennungsalbum wie „Little Broken Hearts“ könnten sie aktuell wohl nicht schreiben, oder?

Norah: Niemals! Ein Glück (lacht). Trennungslieder gibt es fürs Erste genug von mir. Ich bin verdammt froh, dass diese üble Phase vorbei ist und ich privat nicht länger durch die Hölle gehen muss.

Jetzt schreibst du über die Liebe. „And Then There Was You“ klingt wie ein alter Standard, den es schon ewig gibt, der Song ist aber neu. Geht es um dich und deinen Mann?

Norah: Ja, klar. Das ist ziemlich eindeutig. Sicher, die Liebe und damit auch Songs über die Liebe, das sind auf der einen Seite Klischees. Aber wenn das Klischee in deinem Leben zur Wirklichkeit wird, dann ist es doch aufrichtig und ehrlich, wenn du auch darüber singst. Ich begann den Song vor vier Jahren, als ich gerade mit meinem Mann zusammengekommen war. Und ich vollendete ihn, nachdem wir unser erstes Baby hatten.

Dein Mann bleibt anonym, du sagst nur, dass er auch Musiker ist. Von euren Kindern kennt man weder die Namen noch Fotos. Warum schottest du dein Privatleben eigentlich so ab?

Norah: Ich bin kein Mensch, der – abgesehen von seiner Musik – die Öffentlichkeit sucht. Dazu kommt, dass die Leute auch nicht allzu scharf sind auf Details aus Norah Jones‘ Privatleben.

Jeder weiß, dass ich langweilig bin und respektiert das.

Du sprichst auf „Day Breaks“ einige gesellschaftliche und politische Themen an. „Flipside“ ist eine Kritik am Waffenwahn in den USA, „It’s A Wonderful Time For Love“ ruft dazu auf, innezuhalten und sich nicht verrückt machen zu lassen.

Norah: „A Wonderful Time For Love“ ist eine Reaktion auf den ganzen Scheiß, der in der Welt passiert. Der Song sollte bewusst möglichst „throwback“, also nach den guten alten Zeiten des Jazz klingen.

Interview von Steffen Rüth

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