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Musik Passenger: „Adele spielt in einer anderen Liga“
Nachrichten Kultur Musik Passenger: „Adele spielt in einer anderen Liga“
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00:00 13.10.2016

Michael Rosenberg, 32 und im Berufsleben als Passenger bekannt, guckt aus dem Fenster seines Berliner Hotelzimmers. Er hat den Fernsehturm im Blick, später am Tag wird er dort unten am Alexanderplatz vor Hunderten von Leuten ein Straßenkonzert spielen, am Vorabend schon stand er mit seiner Klampfe am Brandenburger Tor. Passenger, der in Brighton lebt, war viele Jahre als reisender Troubadour unterwegs, bevor ihm vor vier Jahren ein unvorhersehbarer Welthit gelang. Das entspannte Trennungslied „Let Her Go“ machte ihn überall riesengroß, seitdem ist er so eine Art Popstar, was er sich aber möglichst nicht anmerken lässt. Auf seinem schon achten Album „Young As The Morning Old As The Sea“ besingt er daher lieber weiter seine ewigen Lieblingsthemen.

„Young As The Morning Old As The Sea“ ist ein sehr poetischer Titel. Worum geht es in dem Song?

Passenger: Um die zwei Themen, die immer Bestandteil meiner Musik sein werden. Um meinen Kern als Mensch. Zum einen ist da das Reisen. Zum anderen das Älterwerden, die Vergänglichkeit. Mit dem Lied will ich ausdrücken, dass ich mich zwar noch sehr jung fühle, oft noch wie ein Kind, dass ich aber auch seit bereits zehn Jahren um die Welt reise. Ich stehe an der Kreuzung zwischen Jung und Alt, mal sehen, wohin ich gehe.

Schon eine Tendenz?

Passenger: Gut, ich bin ein bisschen traurig, dass ich keine 18 mehr bin. Dass mir das Leben nicht mehr vollkommen unberührt offensteht und ziemlich viele Seiten meines Lebensbuches schon geschrieben sind. Doch ich genieße es, älter zu werden, mich jedes Jahr ein kleines bisschen weiser zu fühlen, graue Haare zu zählen.

Warum fasziniert dich das Alter überhaupt so?

Passenger: Ich finde das Thema einfach interessant. Jeder von uns kann etwas damit anfangen, es verbindet die Menschen. Alle werden älter, und die meisten beschäftigt das.

Warum erwähnst du im Titelsong Reisen durch Länder wie Norwegen, Finnland, Russland, Italien, Ungarn, aber lässt Deutschland, auch Österreich und die Schweiz, außen vor?

Passenger: Tut mir leid (lacht). Es passte klanglich nicht so rein. Ich liebe es bei euch, ich habe sehr viel Zeit bei euch verbracht, ein entspanntes Land, man kann wunderbar spazieren gehen. Egal, in welcher Stadt du bist, irgendwann kommt immer ein Fluss, und manchmal sogar das Meer. Mir ist es total wichtig, während einer Tournee immer auch die Orte aufzusaugen, in denen ich gerade bin. Sonst finde ich das sinnlos.

Eines der neuen Lieder heißt „When We Were Young“. Du singst „ I never learned Spanish“, also „Ich habe immer noch kein Spanisch gelernt.“

Passenger: Das ist wirklich wahr. Ich bin noch nie in Südamerika gewesen und ich kann kein Wort Spanisch sprechen. Ich verspreche, eines Tages werde ich diese Sprache lernen.

Ist es Absicht oder Zufall, dass es auch von Adele einen Song mit diesem Titel gibt?

Passenger: Zufall. Ich hatte meinen Song schon längst geschrieben als der von Adele herauskam. Ich habe auch tatsächlich darüber nachgedacht, meinen Titel zu verändern. Aber, ach, was soll’s?

Adele spielt eh in einer komplett anderen Liga als ich.

Mit „Let Her Go“ warst du allerdings mal selbst für eine Weile in der Adele-Liga. Bist du froh, heute wieder eine Nummer kleiner zu sein?

Passenger: Das bin ich. Der Song und alles, was mit ihm geschah, läuft für mich in der Rubrik „unerklärliches Phänomen“. Das war eine Anomalität. Ich bin sehr stolz auf diesen Song. Doch ich weiß auch, dass ich mich für den Rest meiner Karriere wahrscheinlich nicht in diesen Gefilden aufhalten werde.

Interview von Steffen Rüth

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