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Peppiger Soul zum Tanzen in der Sonne

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Der Sommerhit 2016 heißt „Don’t Be So Shy“ und kommt von der schönen Nadia Mladjao alias Imany. Potenzial hat auch „Spirits“ von The Strumbellas.

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Die franco-komorische Soulsängerin Imany hat unverhofft einen Sommerhit gelandet.

Quelle: Universal

Am vergangenen Freitag kamen recht plötzlich noch zwei Singles raus, von denen man hätte annehmen können, dass sie in diesem Text eine größere Rolle spielen würden, das war dann aber doch nicht so. Dabei wirkt zumindest das Cover von Britney Spears‘ neuer Single „Make Me“ wirklich sehr sommerlich: Eine fit und fast bauchmuskulös wirkende Spears läuft, knapp mit weißen Schals, Schleier und Stiefeln bekleidet, durch eine dünengebirgige Sandlandschaft und sieht dabei aus, als ob sie das Wasser sucht. „Make Me“ ist nicht übel, mehr so im mittleren Tempo und ohne nerviges Beat-Gezappel, aber wenn er zu Ende ist, weiß man nicht mehr so genau, wie er angefangen hat.

OZ-Bild

Der Sommerhit 2016 heißt „Don’t Be So Shy“ und kommt von der schönen Nadia Mladjao alias Imany. Potenzial hat auch „Spirits“ von The Strumbellas.

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Die größere Enttäuschung, jedenfalls mit Blick auf die weichen Cabrio- und Cocktailfaktoren: Katy Perrys neues Lied „Rise“, das erste von ihr seit geraumer Zeit und zudem noch offizieller Titelsong der Olympischen Spiele in Rio. Entsprechen staatstragend hört sich das vorab nur bei i-Tunes erhältliche Lied auch an. Das von Superhit-Roboter Max Martin produzierte „Rise“ lässt den für Perry einst typischen Sommerhitbiss („I Kissed A Girl“, „California Gurls“ usw.) vollständig vermissen und wirkt in seiner Ben-Hur-Haftigkeit eher so, als sei es ursprünglich für Celine Dion oder Adele gedacht gewesen.

So bleibt es dabei: Der Sommerhit 2016 heißt „Don’t Be So Shy“, gesungen von Nadia Mladjao. Nadia wurde in Südfrankreich geboren, ihre Eltern stammen von den Komoren-Inseln, einer vor Madagaskar liegenden französischen Ex-Kolonie. Imany nennt sich das 37-jährige Ex-Model und kann sein Glück noch immer nicht ganz fassen. „Es war doch nur ein kleines Lied“, erzählt Imany, als wir sie am Telefon in Lyon erreichen, „das ich vor gut drei Jahren für den Film ,Sous Les Jupes Des Filles’ schrieb.“ Aber wie das seit ein paar Jahren so ist: Selbst die obskursten Songs sind nicht mehr sicher vor irgendwelchen Deep House/Progressive House/ Vocal House/ Pop House-DJs, die sonst wo auf der Welt in ihren Zimmern am Rechner sitzen und das Netz nach Verwertbarem durchkämmen. In Imanys Fall waren es zwei Jungs aus Moskau, Dmitry Filatov und Alex Osokin, die als Filatov & Karas agieren, und Imanys ruhige, akustische, Singer-Songwriter-Soul-Nummer ordentlich aufpeppten. „Ich habe das überhaupt erst mitbekommen, als die Version in Russland schon ein Hit war“, sagt Imany. Inzwischen zieht „Don’t Be So Shy“ in der Filatov & Karas-Fassung seine Kreise und hat den kontinentaleuropäischen Raum weitgehend einnehmen können (Platz 1 unter anderen in Deutschland und Österreich, Platz 4 in der Schweiz). „Ich muss schon sagen, die beiden haben ihren DJ-Goldstaub auf den Song gelegt“, so Imany. Ihre Stimme ist nun stark nach vorne gerückt, die Beats haben genau das richtige Tempo und sexy Songzeilen wie „Take off your clothes/ Blow out the fire/ Don’t be so shy/

you’re right“ dürften das Beachclub-Balzverhalten in ganz Europa prägen und begünstigen. „Wer mich nur durch den Hit kennt, wird überrascht sein von meinem zweiten Album“, so Imany. Hoffentlich positiv, denn „The Wrong Kind Of War“ (erscheint am 26. August) ist außer des doppelt enthaltenen „Don’t Be So Shy“ House-Beat freie Zone.

Auch Kungs, der mit „This Girl“ einen fetzige, hübsch trompetische Neuversion des R&B-Hits von Cookin‘ on 3 Burners geliefert hat, kommt aus Frankreich. 19 ist der Junge erst alt, heißt in echt Valentin Brunel, machte zunächst mit Remixen von Lana del Rey und Bob Marley von sich reden und hat mit „Don’t You Know“ (das vom tiefstimmigen Engländer Jamie N Commons gesungen wird) gleich die nächste Kugel in der Waffel. Dass Kungs diverse Shows als Gast von Sommerhit-Godfather David Guetta bestreiten wird, schadet ihm sicher auch nicht.

Justin Timberlakes aktuellem Hit „Can’t Stop The Feeling“ (auch von Max Martin produziert), hätte man vor zwei Monaten noch die Sommerhitdominanz vorhergesagt – optimal trifft der Song das Rosé-mit-Eis-in-der-Strandbar-Gefühl. Aber irgendwie schwimmt die Nummer jetzt nur so mit, immer nett zu hören, aber in ihrer grandiosen Perfektion auch ein bisschen langweilig.

Das Fernduell der Altmeisterinnen geht derweil an Jennifer Lopez. „Aint’t Your Mama“ (geschrieben von Meghan Trainor) vereint Witz, Selbstironie und sanften Feminismus („I ain’t gonna do your laundry“) mit einem kräftigen Boller-Beat-Bass.

Von den deutschen House-Hit-Meistern, die vergangenes Jahr schwer abräumten, kann 2016 am ehesten der Berliner Frans Zimmer alias Alle Farben im Sommerhitwettbewerb punkten. „Don’t Tell Rosie (feat.

Younotus“) klebt ähnlich hartnäckig im Ohr wie ein Kaubonbon-Rest seitlich am Backenzahn, aber immerhin.

Wer eine Pause braucht von all dem House, Pop, Hip-Hop, Dance und Reggae, dem seien The Strumbellas, ein Indie-Rock-Folk-Sextett aus Toronto, sehr empfohlen. Ihr Hit „Spirits“, der gerade fast weltweit heftig nach vorne prescht, verhält sich zu 2016 wie „Little Talks“ von Of Monsters And Men zu 2012.

Steffen Rüth

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