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16:22 16.02.2018
James Hetfield, US-Sänger der Musikgruppe Metallica, beim Glastonbury Festival 2014. Quelle: Yui Mok
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Stockholm

Der hochdotierte schwedische Polar-Musikpreis geht in diesem Jahr an die US-Metalband Metallica und das Nationale Musik-Institut Afghanistans (ANIM). Das teilte die Jury am Mittwoch in Stockholm mit.

„Seit Wagners Gefühlsaufruhr und Tschaikowskys Kanonen hat niemand mehr eine Musik geschaffen, die so körperlich und wütend und doch so zugänglich ist“, so die Würdigung der US-Band. Über die Arbeit des ANIM und seines Gründungsdirektors Ahmad Sarmast schrieb die Jury, das Instutut blühe und setze sich dafür ein, das reiche musikalische Erbe Afghanistans zu bewahren und Hunderten von Jungen und Mädchen eine sichere Lernumgebung zu bieten.

Der Polarpreis ist mit je einer Million schwedischen Kronen (umgerechnet rund 100 900 Euro) dotiert und wird jedes Jahr an zwei Künstler vergeben - einen aus der klassischen und einen aus der zeitgenössischen Musikszene. Die Preisträger nehmen die Auszeichnung am 14. Juni in Stockholm in Gegenwart von Schwedens Königsfamilie entgegen. Zu den früheren Preisträgern gehören Cecilia Bartoli, Björk, Sting, Patti Smith und Paul Simon.

Marie Ledin, die Chefin des Preiskommitees, betonte, beide Preisträger hätten, „obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Welten“ stammten, mit ihrer Arbeit das Leben der Menschen verändert. Metallica werde von Millionen Hardrock-Fans angehimmelt und „habe geführt, wohin andere Bands gefolgt“ seien. Wie das ANIM mit jungen Leuten und benachteiligten Kindern arbeite, sei „wirklich inspirierend“.

Metallica-Schlagzeuger Lars Ulrich nannte die Ehrung „eine unglaubliche Sache“, sie sei eine „großartige Bestätigung für alles, was Metallica in den vergangenen 35 Jahren gemacht hat“. Sänger James Hetfield fügte hinzu, der Polarpreis bringe die Band in eine tolle Gemeinschaft von bisherigen Preisträgern. Die Ehrung sei „Teil unseres Erbes, unserer Geschichte“. Die Band hat mehr als 100 Millionen Alben weltweit verkauft, zu ihren größten Hits gehören die Songs „Enter Sandman“ und „Nothing Else Matters“. Das Preisgeld will die Band ihrer „All Within My Hands“-Stiftung spenden.

Ahmad Sarmast, der Direktor des Nationalen Musik-Instituts Afghanistans, sagte in einer Stellungnahme, er sei sehr aufgeregt und fühle sich geehrt und privilegiert. Sarmast hatte das Institut im Jahr 2010 gegründet, als Antwort darauf, dass die musikalische Tradition des Landes im Krieg zerstört worden war. Auch durch Anschläge ließ er sich nicht von seiner Mission abbringen. Unter den Taliban war zwischen 1996 und 2001 Musik in Afghanistan komplett verboten.

dpa

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