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Musik „Rock am Ring“ ist kein Fall für den Staatsanwalt
Nachrichten Kultur Musik „Rock am Ring“ ist kein Fall für den Staatsanwalt
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12:18 28.09.2016
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Koblenz

Das Verhalten von Veranstaltern und Behörden nach den Blitzeinschlägen beim „Rock am Ring“ ist kein Fall für den Staatsanwalt. Zu diesem Ergebnis kam die Staatsanwaltschaft Koblenz am Dienstag, die nach einer anonymen Strafanzeige geprüft hatte, ob Ermittlungen aufgenommen werden müssen.

Bei dem Unwetter auf dem Gelände des Rockfestivals in Mendig bei Koblenz wurden Anfang Juni 71 Menschen verletzt, mehrere von ihnen schwer. Auch im kommenden Jahr wird es nach Angaben einer Sprecherin des Veranstalters Marek Lieberberg wieder einen „Rock am Ring“ geben; Details soll es Anfang Oktober geben.

Nach den bisher bekannten Umständen gebe es keine Anhaltspunkte für den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung seitens der Veranstalter oder der Genehmigungsbehörde, teilte die Anklagebehörde am Dienstag mit. Zu den geprüften Unterlagen gehörten das Sicherheitskonzept und ein „Alarmplan Unwetter“. Es könne nicht davon gesprochen werden, dass das Sicherheitskonzept unzulänglich gewesen sei oder dass die Verantwortlichen Warnungen des Deutschen Wetterdienstes nicht ausreichend beachtet oder die deswegen erforderlichen Maßnahmen nicht getroffen hätten.

„Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang, dass Veranstaltungsbesucher im Fall einer Warnung vor einem drohenden Unwetter auch selbst eine Verantwortung dafür tragen, sich drohenden Gefahren zu entziehen, soweit dies nach den Umständen der Veranstaltung möglich ist“, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Blitze schlugen gleich am ersten Abend des Festivals ein. Starkregen zerstörte viele Zelte. Auch am zweiten Tag war das Musikprogramm stundenlang unterbrochen. Am Abend konnten dann doch noch Zehntausende Rockfans den Red Hot Chili Peppers zujubeln, ehe das Festival danach vorzeitig abgebrochen wurde.

Konzertveranstalter Marek Lieberberg sprach von einem Fall „höherer Gewalt“. Er beugte sich schließlich den Behörden, die wegen fortgesetzter weiterer Gewitterfronten auf einen Abbruch gedrängt hatten.

dpa

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