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Musik Streaming-Boom hält an: Musikmarkt wächst um 3,6 Prozent
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08:36 20.07.2016
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Berlin

Das Wachstum auf dem deutschen Musikmarkt geht weiter. Im ersten Halbjahr 2016 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf 719 Millionen Euro, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) am Dienstag in Berlin mitteilte.

Den kräftigsten Ausschlag gaben dabei Streaming-Angebote wie Spotify, Napster, Deezer oder Apple Music, bei denen die Songs direkt aus dem Internet abgespielt werden. Ihre Umsätze legten um 88 Prozent zu und machen inzwischen fast ein Viertel des Gesamtgeschäfts (176 Millionen Euro) aus. 2015 lag der Marktanteil noch bei 12,8 Prozent. Dass sich der Streaming-Anteil nahezu verdoppelt habe, mache deutlich, „dass unsere Branche gelernt hat, mit den Gegebenheiten der digitalen Welt umzugehen“, sagte BVMI-Chef Florian Drücke.

Das starke Wachstum beim Streaming beschleunigt aber auch den Rückgang im CD-Geschäft. Der Umsatz mit den Silberscheiben sackte um knapp zehn Prozent ab, auch wenn er mit 376 Millionen Euro noch mehr als die Hälfte des Gesamtmarktes ausmacht. Die CD blieb in Deutschland bisher deutlich populärer als in Märkten wie die USA, wo ihre Verkäufe deutlich früher und schneller sanken.

Großer Gewinner ist - zumindest was den Zuwachs betrifft - die gute alte Schallplatte. Sie verzeichnete ein Plus von 46,2 Prozent. Dass es sich aber eher um einen Nischenmarkt handelt, zeigt der Anteil am Gesamtumsatz (4,3 Prozent).

Bei den Zahlen handelt es sich laut BVMI um vorläufige Werte, die noch nachkorrigiert werden können. Die Vergleiche beziehen sich auf die endgültigen Zahlen des ersten Halbjahres 2015.

Die Musikindustrie musste sich als eine der ersten Branchen dem digitalen Wandel stellen. Nachdem das Geschäft lange Zeit unter anderem wegen der Verbreitung illegaler Kopien im Internet schrumpfte, wurde im Jahr 2013 erstmals seit 15 Jahren ein schmales Umsatzplus von 1,2 Prozent verzeichnet. Seitdem geht es kontinuierlich bergauf. Im gesamten Jahr 2015 stiegen die Umsätze um 4,6 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro.

dpa

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