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„The Boss“ Bruce Springsteen rockt München

München „The Boss“ Bruce Springsteen rockt München

Welch eine Stimmung: Mit einer fast dreieinhalbstündigen Show begeistert Rocklegende Bruce Springsteen rund 57 000 Fans im Münchner Olympiastadion. Und mit einem ungeplanten politischen Statement.

München. Um punkt 19.10 Uhr betritt der „Boss“ die Bühne. Und während immer noch Tausende Fans ins Münchner Olympiastadion strömen, legt Bruce Springsteen sofort los - er hat keine Zeit zu verlieren. Fast dreieinhalb Stunden wird er am Ende auch dieses Abends auf der Bühne gestanden haben.

Die 57 000 sind begeistert. Sie erleben einen bestens gelaunten 66-Jährigen, der von Beginn an sichtlich Spaß auf der Bühne hat. Einmal fliegt ihm vor lauter Schwung sogar das Mikro aus der Hand.

Und anders als bei Springsteens letztem Gastspiel in München vor drei Jahren, als es in Strömen geregnet hatte, bleibt es diesmal trocken. „Erinnert ihr euch an letztes Mal?“, fragt er in die Menge - und sagt rückblickend: „Oh mein Gott, da habe ich mir den Hintern abgefroren.“

Mehr als 30 Titel spielen Springsteen und seine „E Street Band“ an diesem Abend, darunter neuere Songs, aber auch einige Titel seines 1980 erschienen Albums „The River“, das der aktuellen Tour den Namen gegeben hat. Vor allem packt Springsteen eine ganze Fülle seiner großen Klassiker aus seinem noch größeren Repertoire aus, darunter „Born in the USA“, „I'm on Fire“ oder „Born to Run“. Das Publikum zieht mit, singt mit, tanzt mit - und das, obwohl Springsteen, wenn man ganz oben im weiten Rund steht, auf der Bühne nur zu erahnen ist.

Für den Jubel seiner Fans braucht Springsteen auch keine große Light-Show oder sonstigen Effekte. Für die bewegendsten Momente reicht eigentlich seine Akustikgitarre - oder seine Mundharmonika. Und Springsteen sucht den Kontakt mit seinen Fans: Ein ums andere mal geht er mit dem Publikum auf Tuchfühlung, schüttelt unzählige Hände. Er holt sich einen Jungen auf die Bühne, der mal eben mit ihm zusammen Gitarre spielen darf. Oder ein kleines Mädchen, das „Waitin' on a Sunny Day“ ins Mikrofon singen darf. Da packt er die Kleine, nimmt sie auf den Arm, hält sie in die Höhe - und strahlt zufrieden.

Kurz vor Schluss des Konzerts kommt das politische Statement des Abends: Irgendjemand vor der Bühne hat auf zwei Pappkartons geschrieben „Fuck Trump - we wanna dance with the Boss“. Springsteen nimmt die Kartons, hält sie in eine Kamera, so dass sie auch auf den großen Bildschirmen zu sehen sind, bis ganz hinten. Die Menge jubelt.

Dann der Schluss. Die Band hat die Bühne schon verlassen, da richten sich zum letzten Mal die Scheinwerfer auf Springsteen. Nur mit Gitarre und Mundharmonika steht er da, spielt, singt, auch wenn er nicht mehr jeden hohen Ton hundertprozentig trifft, nach bald dreieinhalb Stunden ohne Pause: dieses stille, leise „For You“. Gänsehautstimmung.

dpa

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