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The BossHoss auf Tour: Zurück zu den Country-Wurzeln

Nürnberg The BossHoss auf Tour: Zurück zu den Country-Wurzeln

Die Cowboy-Musiker Alec Völkel und Sascha Vollmer von The BossHoss rocken beim Tourauftakt in Nürnberg. Laut und lässig, doch nicht immer tonsicher.

Nürnberg. Cowboy, Country, Coolness: Nach mehr als zwei Jahren Tournee-Pause hat die Western-Gruppe The BossHoss wieder eine Halle gerockt. Die Nürnberger Arena brachten die beiden Spree-Cowboys aus Berlin am Donnerstagabend vor allem mit viel Lautstärke zum Beben.

In ihren typischen Markenzeichen Hut, Westernstiefel, Unterhemd und Jeansweste eröffneten die Countryrock-Musiker ihre Tournee „Dos Bros“. „Nürnberg, beim ersten Mal ist es immer am schönsten“, riefen Sänger Alec Völkel und Sascha Vollmer - alias Boss Burns und Hoss Power - in die mit mehr als 5000 Zuschauern beinahe voll besetzte Halle.

Zwei Stunden zeigten sie anschließend mit viel Publikumsnähe, was sie in den vergangenen zwei Jahren ohne das Tourleben vermisst haben - und kokettierten dabei nicht selten mit dem Älterwerden: „Wir hören nicht mehr so gut - lauter!“, lautete die knappe Ansage der beiden 44-Jährigen ans Publikum. Dort tanzten einige Fans in Cowboyhüten. „Und keiner ist dabei hingefallen“, kommentierte Völkel.

Mit im Gepäck hatten BossHoss das schon nicht mehr ganz so neue Doppelalbum „Dos Bros“ vom vergangenen September. Mit der Platte hatte es das Western-Duo erstmals an die Spitze der deutschen Album-Charts geschafft. Für die Echo-Verleihung in knapp einer Woche sind BossHoss nun gar für gleich zwei Preise nominiert: Auf die Titel „Beste Band Pop/Rock national“ und „Bestes Video national“ können sich die beiden Sänger samt ihrem fünfköpfigen Musikerensemble Hoffnung machen.

Wie auch auf der neuen Platte präsentierten sich die Berliner beim Auftaktkonzert wieder mehr in ihrer ganz eigenen Spielart des Country-Rocks. Nachdem sich BossHoss in den vergangenen Jahren von einigen Anhängern Kritik hatte gefallen lassen müssen, vermehrt zu massentaugliche und damit beliebige Musik zu produzieren, geht es nun zurück zu den Country-Wurzeln: Mit elektronischen Elementen wird kaum noch experimentiert, bedient wird wieder mehr die Country- und Folk-Schiene. Dafür gab es beim ersten Konzertabend die Unterstützung eines Bläser-Trios, das auch mehrfach seine Tanzchoreographien zum Besten geben durfte.

Ihre Stärken spielt die Band in den Cover-Versionen älterer Hits aus. Besonders gefeiert wurde in Nürnberg etwa der Dolly-Parton-Evergreen „Jolene“ - selbstverständlich im BossHoss-typischen Country-Gewand. Auch „Don't Gimme That“, der wohl bekannteste BossHoss-Song, wurde kräftig betanzt und beklatscht. Gefeilt werden muss im Verlauf der Tour dagegen noch etwas an der Akustik: Mit der extremen Lautstärke der Gitarren, Bässe und Schlagzeuge konnten die Stimmen der Sänger nicht immer mithalten. Dafür wurde das Können an den Instrumenten umso mehr bewiesen.

Die nächsten Tour-Stationen sind Stuttgart (1. April), München (2. April), Leipzig (8. April) und Frankfurt (9. April) - und wieder Nürnberg. BossHoss hat einen Auftritt beim Festival „Rock im Park Anfang“ Juni auf dem Zeppelinfeld frisch zugesagt.

Tourdaten: Stuttgart (1. April), München (2. April), Leipzig (8. April), Frankfurt (9. April), Berlin (10. April), Hannover (15. April), Hamburg (16. April), Oberhausen (17. April), CH-Winterthur (22. April), AT-Wien (23. April), Hannover (27. Mai), Bielefeld (4. Juni), NLD-Weert (10. Juli), Singen (22. Juli), München (23. Juli), Hamburg (30. Juli), Saarbrücken (3. September), Lingen (10. September) und Flensburg (11. September)

dpa

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