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The Jacksons sorgen für nostalgische Momente

München The Jacksons sorgen für nostalgische Momente

The Jacksons hatten für ihr einziges Deutschland-Konzert in München eine zweistündige Party versprochen, mit vielen alten Songs, die an die Glanzzeiten der einstigen Jackson Five erinnern sollten.

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Die Jacksons auf der Bühne in München. Foto: Marc Müller

München. Nach mehr als 20 Jahren sind Tito, Jermaine, Jackie und Marlon zurzeit wieder gemeinsam auf Tour - auf der Leinwand ist ihr 2009 gestorbener Bruder Michael immer dabei. Für den „King of Pop“ gab es während der Show am Dienstagabend in der mäßig besuchten Olympiahalle den meisten Jubel.

Es schien, als gingen die Michael Jackson-Fans nun eben ersatzweise zum Konzert seiner Brüder. Die hatten sich Anzüge im rockigen Military-Look übergezogen, mit silbernen Ketten, Glitzer und viel Blingbling - das Outfit erinnerte tatsächlich an ihre Glanzzeiten. Alte Nummern wie „ABC“ oder „Never Can Say Goodbye“ sorgten für nostalgische Motown-Momente und ließen das Publikum grooven. Dennoch wirkten Tito, Jermaine, Jackie und Marlon, als spielten sie ihre eigene Geschichte nach. Die Show war gekünstelt, die Choreographie holprig und so richtig mitreißen konnten sie das Publikum nicht. Zu sehen, dass die Band ihre beste Zeit hinter sich hat, sorgte eher für einen Hauch Wehmut. Nach 90 Minuten und ohne eine einzige Zugabe war der Spuk vorbei.

Routiniert und gut, aber auch relativ leidenschaftslos spielten die Jacksons ihr Programm. Besonders deutlich wurde das bei „I'll Be There“. Die emotionale Soul-Ballade, die den Jackson Five 1970 ihren ersten Nummer-1-Welterfolg bescherte, sorgt eigentlich zwangsweise für Gänsehaut. Am Dienstagabend schafften es die Jacksons, ihr Publikum seltsam unberührt zu lassen. Statt frenetischen Jubels gab es einzelne, opernhafte Bravo-Rufe.

Mit Songs von Michael Jackson wie „Rock With You“, „Heartbreak Hotel“, „Don't Stop 'til You Get Enough“ oder „Wanna Be Startin' Somethin'“ erinnerte die Band an den „King of Pop“ - und ließ deutlich werden, dass ihr jüngster Brüder musikalisch in einer anderen Liga spielte. Und nun, wo er tot ist, spielen sie stellvertretend für Michael. Das spült immerhin Geld in die Kasse. Die Ticket-Preise waren mit bis zu 120 Euro durchaus gesalzen.

Die wenigsten Zuhörer kamen vermutlich wegen der Jacksons. Sie wollten Michael nahe sein, und die Brüder suggerierten diese Nähe. Dazu Fotos und Videos aus Michaels besten Jahren. In der ersten Reihe vor der Bühne standen einige Fans in Michael Jackson-Outfits, inklusive weißem Glitzerhandschuh und schwarzem Hut. Und so geriet die Show zu einem Michael-Jackson-Gedächtnis-Abend - Tito, Jermaine, Jackie und Marlon waren seine Stellvertreter. „Niemand kann Michael ersetzen“, sagte Marlon Jackson vor dem Konzert im dpa-Interview. Die Show in München war der beste Beweis dafür.

dpa

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