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Trauer um den Clown an der Trommel

Wilhelmshaven Trauer um den Clown an der Trommel

Seine Band hatte 1982 mit „Da Da Da“ einen Welthit, vier Jahre später gingen die drei Pioniere der Neuen Deutschen Welle auseinander. Peter Behrens fiel in ein tiefes Loch. Am Mittwoch ist der Taktgeber von Trio gestorben.

Wilhelmshaven. Er war ein Star der Neuen Deutschen Welle und hat mit Trio in den 80er Jahren Musikgeschichte geschrieben. Später lebte Peter Behrens von Hartz IV und machte als gefallener Star Schlagzeilen.

Jetzt ist der Trio-Trommler mit den traurigen Augen im Alter von 68 Jahren in Wilhelmshaven gestorben. Die „Bild“-Zeitung hatte am Mittwoch zunächst darüber berichtet.

Bereits Ende 2014 hatte Behrens einen Schlaganfall, zuletzt sah er zart und abgemagert aus. „Er hatte aber Energie und Lust auf neue Projekte“, sagt seine 22-jährige Tochter Morlin Rose, die ihren Vater in seinen letzten Stunden begleitet hat. „Er sollte eigentlich zu mir ziehen. Er war ziemlich einsam.“

Sein von Rückschlägen geprägtes Leben erzählt der Musiker in seiner Autobiografie „Der Clown mit der Trommel“. Zentral sind dabei die Erlebnisse mit der legendären NDW-Band Trio, gegründet im Örtchen Großenkneten bei Oldenburg.

Die Rollen bei Trio waren streng verteilt: Sänger Stephan Remmler gab den Dandy, Gitarrist Kralle Krawinkel das ungehobelte Landei und Schlagzeuger Behrens den melancholischen Clown. Der schmächtige Mann an der Trommel trat stets in Weiß mit roten Hosenträgern auf, verzog bei Konzerten keine Miene und wirkte wie der Underdog der Band. „Gerade deshalb flogen ihm die Sympathien des Publikums zu“, sagt Klaus Marschall, Co-Autor von Behrens Autobiografie. „Er hatte einen tollen trockenen Humor.“

Das Buchprojekt hatte dem Musiker, der seit 1997 allein über einer Kneipe in Wilhelmshaven wohnte, nach Jahren mit Alkohol- und Drogenproblemen neuen Mut gemacht. Noch Ende März hatte Behrens eine Lesung in Südtirol und trommelte vor Publikum. Mit Ecki Schrader, einem Musiker aus dem Sauerland, stand er beim Tanz in den Mai im Örtchen Tungeln bei Oldenburg auf der Bühne. „Unglücklich bin ich, wenn ich zu lange an einem Ort bin und mich langweile“, sagte der Schlagzeuger im Oktober 2013.

Als nichtehelicher Sohn eines amerikanischen GIs geboren, wurde Behrens von seiner Mutter zur Adoption freigegeben. Er wuchs in Varel bei Wilhelmshaven auf und brach seine Lehrerausbildung ab, um als Musiker durch Norddeutschland zu tingeln. Auch als Clown und Pantomime trat er auf - über eine Zeitungsanzeige kam er zu Trio.

Die Band stieg Anfang der 80er kometenhaft auf. Ihre Single „Da Da Da“ verkaufte sich weltweit 13 Millionen Mal - nur vordergründig ein Spaß-Song, in seiner Schlichtheit ein geniales Werk. Doch schon vier Jahre später löste sich Trio auf, zu groß waren die musikalischen Differenzen der drei Mitglieder. Weil Behrens an den meisten Kompositionen und Texten nicht beteiligt war, ging er finanziell leer aus. „Ich fiel in ein fürchterliches Loch und habe zehn Jahre Drogen genommen“, erzählte der Trommler.

Wenn er gefragt wurde, machte er bei diversen Musikprojekten mit. Erfolge blieben aus. „Er war keiner, der die Initiative ergriff“, sagt Marschall. Zu Sänger Stephan Remmler hatte der Schlagzeuger lange keinen Kontakt mehr. Erst nach dem Ende von Trio wurde Kralle Krawinkel einer seiner wenigen engen Freunde. Der Tod des Gitarristen 2014 traf Behrens schwer. Sein Verleger Oliver Schwarzkopf sagt: „Peter war der lustigste und traurigste Trommler aller Zeiten.“

dpa

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