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Musik „Unsere Herzen sind gebrochen“ - Trauer um Prince
Nachrichten Kultur Musik „Unsere Herzen sind gebrochen“ - Trauer um Prince
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15:33 27.04.2016
Chanhassen

Vor dem Eingangstor des Anwesens Paisley Park in Chanhassen bei Minneapolis wehen lilafarbene Ballons im Wind, und es türmen sich die Blumen. Vor dem „First Avenue“-Musikclub in der Innenstadt, wo der US-Sänger Prince oft auftrat oder Konzerte besuchte, stehen Fans, weinen und umarmen sich.

In New York wird die U-Bahn-Station Prince Street kurzerhand zur Gedenkstätte umgewandelt, und bei einem Strandfestival in Florida entsteht ein Prince aus Sand. Das Empire State Building und der Pariser Eiffelturm leuchten lilafarben. Die Welt trauert um eine Musik-Ikone.

„Wir brauchen sofort einen Krankenwagen“, hatte ein Mann gesagt, der am Donnerstag um 9.43 Uhr Ortszeit den Sheriff von Carver County im US-Bundesstaat Minnesota anrief. „Wir haben jemanden, der bewusstlos ist.“ - „Was ist die Adresse?“ - „Wir sind im Haus von Prince.“

Wenige Stunden später bestätigen der Sheriff und das Management die traurige Nachricht: Prince, die sagenumwobene und legendäre Pop-Ikone, ist im Alter von 57 Jahren in seinem Anwesen Paisley Park gestorben. Die Todesursache wurde zunächst noch untersucht, eine Obduktion am Freitag sollte Gewissheit bringen.

Die Musikwelt steht unter Schock. Vor rund vier Monaten erst war Popstar David Bowie an Krebs gestorben, jetzt ist die nächste Musikgröße tot. Dabei hatte Prince doch gerade erst zwei Konzerte gegeben und seine Autobiografie für nächstes Jahr angekündigt. Zwar musste er sich vor ein paar Tagen, angeblich wegen einer schweren Grippe, im Krankenhaus behandeln lassen, aber bei einer Party in Paisley Park am Wochenende hatte der 1958 in Minneapolis geborene Sänger seine Fans schon wieder zu beruhigen versucht. „Wartet noch ein paar Tage, bevor ihr eure Gebete verschwendet.“

Nachdem die Nachricht vom Tod der Musik-Ikone sich verbreitet hatte, strömten die Beileidsbekundungen ein, von US-Präsident Barack Obama bis hin zu Popstar Madonna. Die „New York Times“ feiert Prince als „akribischen Meister des Pop“. „Er war ein Provokateur und hat die Musikwelt komplett verändert“, schreibt „USAToday“.

Am meisten aber trauert wohl Minneapolis, die Stadt, der Prince immer die Treue hielt. Ein lokaler Radiosender spielt nach der Todesnachricht nur noch Musik des Sängers. Brücken und zahlreiche andere Gebäude werden in Gedenken an seinen Erfolgssong „Purple Rain“ (auf Deutsch etwa: Lilafarbener Regen) lila angestrahlt, und am Sonntag sollen die Glocken des Stadtturms eine halbe Stunde lang Prince-Lieder spielen.

Der Musikclub „First Avenue“ organisiert eine spontane Gedenkfeier. „Unsere Herzen sind gebrochen“, heißt es auf der Facebook-Seite des Clubs. „Prince ist auf dieser Bühne aufgewachsen, dann hat er sie übernommen und unsere Stadt vereint.“

Die Metropole mit rund 400 000 Einwohnern im Norden der USA gilt nicht gerade als Musik-Mekka - wäre da nicht Prince. „Für die Einwohner von Minneapolis ist der Verlust von Prince zu schwer, um es zu beschreiben“, sagte die Bürgermeisterin Betsy Hodges. „Prince hat uns nie verlassen, und wir haben ihn nie verlassen.“ Der Sänger habe sich aus schwierigen Familienbedingungen hochgearbeitet und sei ein Vorbild gewesen, sagte der lokale Musikjournalist Martin Keller der „StarTribune“. „Minnesota hat vorher nie jemanden wie ihn hervorgebracht und wird es wahrscheinlich auch nie wieder.“

dpa

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