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Vanessa Mai: Ich bin eine kommerzielle Künstlerin

Vanessa Mai: Ich bin eine kommerzielle Künstlerin

Die 23-jährige Sängerin hat ihr erstes Solo-Album herausgebracht / Dem OZelot sagt Vanessa, warum es ihr wichtig ist, positiv zu denken und gute Laune zu vermitteln

Wenn es Vanessa Mai, eigentlich Vanessa Mandekic, nicht wirklich geben würde, man müsste sie jetzt sofort entwerfen: 23 Jahre jung, bildhübsch, schlau, schlagfertig, in der Musikszene exzellent vernetzt. Ein Jahr nach ihrem Debüt, damals noch mit dem Trio Wolkenfrei, hat die gelernte Mediengestalterin aus Aspach jetzt ihr erstes richtig eigenes Album veröffentlicht. Im Titelsong singt Mai eine alte Komposition ihres Produzenten Dieter Bohlen, und auch sonst ist diese Platte absolut oberflächlich.

Vanessa, früher war Schlager Alte-Leute-Musik. Neuerdings hören das sogar Jugendliche. Warum?

Vanessa Mai: Das ist doch toll! Viele Künstler haben dazu beigetragen, dass Schlager — oder sagen wir besser — deutschsprachiger Pop so beliebt ist. Andreas Bourani, Helene Fischer, Die Toten Hosen. Das hat sich entwickelt, und jetzt läuft es halt. Gerade bei der WM vor zwei Jahren wurde ja auch sehr viel deutsch gesungen.

Welche Altersgruppe kommt zu deinen Konzerten?

Vanessa: Da ist alles dabei. Ganz viele Kinder und echt immer mehr junge Leute in meinem Alter.

Wolkenfrei war ein Trio, bestehend aus dir und zwei Männern. Die Männer sind nun nicht mehr dabei. Was steckt dahinter?

Vanessa: Eine natürliche Entwicklung. Auch weil der Name „Vanessa Mai“ durch DSDS immer mehr in den Fokus gerückt ist und wir gemerkt haben, dass die Leute nicht in erster Linie „Wolkenfrei“

auf dem Schirm haben, sondern „Vanessa Mai“. Ich möchte immer zu hundert Prozent hinter allem stehen, was ich mache, und das mit dem Namen hat sich einfach richtig angefühlt.

Ein Neuanfang?

Vanessa: Nein, das nicht. Es ist etwas Neues, eine Veränderung. Das Album klingt nicht mehr wie „Wachgeküsst“ von Wolkenfrei.

Sondern?

Vanessa: Poppiger, kommerzieller. Das Wort „kommerziell“ ist für mich nicht negativ besetzt, ich bin gerne eine kommerzielle Künstlerin und stehe dazu.

Das ganze Album wirkt unheimlich positiv.

Vanessa: Schön, dass du das so siehst. So soll es auch sein. Ich bin gerne und fast immer gut drauf, ich denke immer positiv. Ich mag leichte Texte, mit denen ich die Menschen aus ihrem Alltag holen kann. Spaß haben, Gas geben, Party machen, dazu soll meine Musik animieren.

Du bist in diesem Jahr auch in der Jury von DSDS. Ein Traumjob?

Vanessa: Also, mein Traumjob ist eher das Singen, Tanzen und auf der Bühne sein. DSDS war und ist aber eine sehr wichtige Erfahrung für mich. Meine Meinung zu sagen, Kritik zu äußern und einzustecken, das hat mir gut getan.

Altersmäßig bist du auf Augenhöhe mit den Kandidaten. Ein Vorteil?

Vanessa: Genau. Das war auch einer der Gründe, warum ich das zugesagt habe. Ich erlebe ja gerade das, was sich die Kandidaten erträumen. Ich kann sicher anders an die Sache rangehen als jemand, der schon seit 30 Jahren in der Branche ist.

Habt ihr während der gemeinsamen Jury-Arbeit beschlossen, dass Dieter Bohlen das Album produziert?

Vanessa: Das hat sich tatsächlich beim Drehen auf Jamaica so ergeben. Dieter hatte Lust drauf, und dann ging alles sehr schnell. Im Studio funktionierte es sehr gut mit uns: Dieter arbeitet wirklich auf den Punkt, und auch ich bin so ein kleines Arbeitstier.

Auf „Ich sterb für dich“ holt Bohlen sogar nochmal seine berüchtigte, hohe Modern-Talking-Stimme raus.

Vanessa: Das war meine Idee (lacht). Ich dachte, das ist total cool auf der Nummer. Ich höre ja selbst gerne Songs von Modern Talking. Mein Papa ist in einer Coverband, die haben früher immer Songs von Modern Talking im Programm gehabt.

Album „Für Dich“

bereits erschienen

Von Interview von Steffen Rüth

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