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„Wacken“ on Ice: Das „Full Metal Mountain“ Festival

Tröpolach „Wacken“ on Ice: Das „Full Metal Mountain“ Festival

Der ganze Ort trägt Schwarz: Beim „Full Metal Mountain“-Festival prallen Welten aufeinander. Was passiert, wenn 2000 Metal-Fans über eine beschauliche Alpenregion herfallen?

Tröpolach. Während Kinder auf Skiern waghalsig die Piste hinabflitzen, laden einige Musiker ihre Instrumente aus der Skigondel und stapfen zur Tressdorfer Alm auf 1590 Metern Höhe. Schwarze Kleidung, lange Haare.

Hier dröhnt für eine Woche weder Helene Fischer noch Andrea Berg aus den Lautsprechern: Harte Gitarren zum Glühwein statt Schlager ist das Programm des „Full Metal Mountain“-Festivals im österreichischen Skigebiet Nassfeld.

Bereits vor einigen Jahren hatten die Macher des „Wacken Open Air“ aus Schleswig-Holstein den „Full Metal Cruise“ ins Leben gerufen: Der Metal-Trip auf See wurde schnell erfolgreich, die letzte Kreuzfahrt war innerhalb von 20 Minuten ausverkauft. Auf Anregung der Gäste und als Weiterentwicklung des Konzepts „Urlaub trifft Festival“ wurde nun der „Full Metal Mountain“ entwickelt, wie Mitveranstalter und „Wacken“-Gründer Holger Hübner erklärt.

Doch ein Schiff zu mieten und abgeschottet über das Meer zu cruisen ist etwas anderes, als 2000 Metal-Fans in ein Skigebiet zu locken: „Da gab es natürlich Erklärungsbedarf“, sagt Hübner. Besonders die älteren Menschen im Ort, die Gastronomie-Betriebe oder Hoteliers wussten vorher nicht, was auf sie zukommen wird. Sie waren skeptisch ob der Gäste des „Full Metal Mountain“, wie Ingeborg Schnabl vom Tourismus-Marketing erzählt. Oder wie es ein Gast des Festivals im tiefen Kärntnerisch umschreibt: „Die Leut im Dorf wern sich scho gwundert haben.“

Statt der üblichen Après-Ski-Musik à la DJ Ötzi gab es nun handgemachte Musik: Mambo Kurt spielt Rock-Klassiker auf der Heimorgel und animiert zu Schnaps und Glühwein. Die österreichische Band Tuxedoo schreit in voller Lederhosen-Alpen-Montur von der Bühne ins Tal hinab. Gegen Abend bis spät in die Nacht fliegen vor den Bühnen in Tröpolach die langen Mähnen und „Teufelsgrüße“ durch die Luft. Über 30 Bands und DJs bestreiten das musikalische Programm des Festivals. Erfolgreiche Gruppen wie In Extremo, Accept oder Heaven Shall Burn geben Gas vor Besuchern aller Altersgruppen.

Mittelalter-Rock, Heavy Metal oder Metalcore sind die verschiedenen Musikstile beim „Full Metal Mountain“ - streckenweise mag das extrem klingen. Doch die Festivalgäste verhalten sich „gesittet, geordnet, die Regeln einhaltend“, zeigt sich Bezirkshauptmann Heinz Pansi überrascht. „Die Besucher der ortsansässigen Diskothek beinhalten mehr Aggressivität.“

Wie seit 1990 im schleswig-holsteinischen Wacken, scheint auch Tröpolach schnell vereinnahmt zu sein von den Gästen in schwarzen Kutten. Jeder Mitarbeiter und Helfer, ob auf Alm oder als Ordner eingestellt, trägt das Festival-Logo auf Pullover, Mütze oder Weste. Und so formiert sich eine gut gelaunte und freundliche schwarze Masse zu einer Woche Ausnahmezustand und wartet auf das nächste Jahr beim „Full Metal Mountain“ in Österreich.

dpa

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