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„Wenn man etwas loslässt, kommt anderes zu einem“

„Wenn man etwas loslässt, kommt anderes zu einem“

Mit seinem Album „Bleib unterwegs“ geht der Popsänger Laith Al-Deen (44) im Herbst auf Tour / Ein Gespräch über erste und letzte Schritte

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Ist unterwegs, um immer wieder zu seinem Heimathafen zurückzukommn: Der in Karlsruhe geborene Popsänger Laith Al Deen geht im Herbst mit neuer Platte auf Tour.

Quelle: Carsten Klick

Viel Soul in der Stimme, viel Pop in den Liedern: Laith Al-Deen ist seit seinem Durchbruch mit „Bilder von dir“ vor 16 Jahren eine Größe der deutschsprachigen Musik.

„Bleib unterwegs“– in dem Titel steckt das Schicksal des Musikers drin: der im Studio bleiben muss, bis er wieder unterwegs auf Tour ist. Kann man das so verstehen?

Laith Al-Deen: Rein technisch ist der Titel aus der letzten Tour heraus entstanden. Bei der es nach einem Mini-Burnout, den ich hatte, darum ging, mich wieder mehr aufs Livespielen zu konzentrieren. Das machen wir jetzt seit zwei Jahren. Da lag der Titel nahe, zumal mich sowieso eine Bewegung interessiert: dass man Dinge loslässt, auf dass andere Sachen zu einem kommen.

Musikalisch erinnert vieles an deine Anfangszeit – und dann kommen Einflüsse rein, die man von dir nicht kennt, den Synthie-Funk von „Elektrisch“ zum Beispiel.

Laith: Das ist natürlich auch meinem Produzenten Udo Rinklin geschuldet. Wir haben festgestellt, dass wir beide Fans gewisser musikalischer Klischees sind, vor allem der 80er und 90er, in denen wir groß geworden sind – wenn wir diese Klischees nutzen, dann richtig (lacht). Wir waren uns schnell einig, dass die ganze Geschichte ein bisschen opulenter klingen kann.

Du kommst auch aus einer Zeit, in der deutschsprachige Popmusik noch ungewöhnlich war. Wie nimmst du die heutige Szene wahr?

Laith: Tatsächlich offener. Der normale Hörer hat eine große Toleranz gegenüber deutscher Musik, und offenbar gibt es auch den Bedarf. Leute wie Mark Forster, Joris oder Maxim gehen mit großer Selbstverständlichkeit mit dem Deutschen um. Das Sprachding stellt gerade die junge Generation gar nicht mehr infrage.

Welche Kollegen schätzt du besonders?

Laith: So umstritten er auch manchmal sein mag: Einer der besten Sänger, die wir haben, bleibt für mich Xavier Naidoo. Maxim ist für mich ganz weit vorne, für mich ein sehr moderner Reinhard Mey. Ein kleiner Clueso-Fan bin ich auch.

Wie sieht es mit Casper aus? Das Intro von „Geheimnis“ klingt ein bisschen nach seinem „Hinterland“.

Laith: Wir haben zwei, drei Titel auf dem Album, die direkt am Puls der Zeit sind; das schlägt sich hier vielleicht nieder. Casper finde ich toll. Was ich leider noch nicht geschafft habe, ist, ihn live zu sehen.

Mit zwei Kollegen hast du konkret an dem Album zusammengearbeitet: mit Gregor Meyle und mit Cäthe. Wie kam es dazu?

Laith: Der Kontakt zu Gregor ist eigentlich schon beim letzten Album zustande gekommen. Wir haben uns getroffen, zum Kochen, Quatschen, Musikhören und haben uns Songs mit auf den Weg gegeben.

Und ich konnte mich jetzt daran erinnern, dass ein Song dabei war, in dem das Wort „unterwegs“ auftauchte. Daraus ist jetzt der Titelsong geworden. Cäthe kenne ich schon ziemlich lange. Der Klassiker: „Ruf doch mal an!“ – „Nein, ruf du doch mal an!“ Jetzt haben wir es tatsächlich mal getan und „Nichts was es nicht gibt! zusammen gesungen. Wir haben einen ziemlich starken gemeinsamen Nenner, auch inhaltlich.

Cäthe hat mir mal in einem Interview gesagt, sie sei zuhause im Unterwegssein. Das passt thematisch ja auch wieder. Wobei du – das letzte Lied des Albums heißt sogar so – ja auch einen „Heimathafen“

hast.

Laith: Den habe ich definitiv. Zum Glück. Ich betrachte das mit Demut.

Damit kommen wir wieder zu „Geheimnis“, der Vorabsingle, in der es um das Geheimnis der Liebe geht, darum, wie man diese mit dem Unbekannten frisch hält. Wie kann man sich als Mittvierziger noch überraschen lassen?

Laith: Ich würde es jetzt gar nicht bei der Überraschung belassen, sondern mit der Weise, wie man generell an Beziehungen herangeht: nämlich idealerweise proaktiv. Das ist mir in den letzten ein, zwei Jahren, nach einer kleinen Lebenskrise klar geworden. Ich glaube nicht, dass man immer nur dem Herzen folgen soll; manchmal ist man mit dem Verstand auch ganz gut beraten. Aber solange man die Wahl hat, kann man immer wieder überraschen – ganz einfach dadurch, dass man etwas tut.

• Online: www.laith.de/

Stefan Gohlisch

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