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„Wir fangen von vorne an“

„Wir fangen von vorne an“

Die schottische Band Biffy Clyro ist auf Tour / ein Gespräch mit dem Bassisten James Johnston

James, erinnerst du dich noch daran, wo du warst, als die Entscheidung für den Brexit fiel?

James Johnston: Ich war zu Hause und habe Nachrichten gesehen. Es war spät abends und meine Frau war schon im Bett. Als ich hörte, dass wir wirklich aus der EU austreten würden, fühlte ich mich einsam. Es war schwer zu verstehen, was da gerade passiert ist. Ich war einfach nur traurig, fühlte mich isoliert und wusste, dass es vielen Menschen genauso ging.

Bist du sehr heimatverbunden?

Ja. Ich glaube, meine Heimat macht einen Großteil meines Charakters aus. Die Kultur und die Menschen, die mich zu Hause umgeben, machen mich zu dem Menschen, der ich bin. Ich glaube, wir Schotten sind sehr bescheiden und einfach. Für uns als Band ist es immer noch komisch, vor so vielen Menschen zu spielen.

Wünschst du dir ein unabhängiges Schottland?

Ich habe damals für die Unabhängigkeit gestimmt und war mir ziemlich sicher, dass wir gewinnen würden. Das war leider nicht der Fall, aber ich glaube weiter an die Unabhängigkeit. Es ist nicht so, als würden wir uns von unseren Nachbarn scheiden lassen wollen. Wir wollen nur aus einiger Entfernung unsere Beziehung zu ihnen überprüfen.

Glaubst du, ihr als Künstler habt eine gewisse Verantwortung in diesen politisch brisanten Zeiten?

Ich glaube nicht. Wir sind keine politische Band. Es ist zwar schwer, Politik bei den ganzen Kriegen und schlimmen Nachrichten auszublenden. In unserer Musik kommt es aber nur selten vor, dass wir politisch Stellung nehmen.

Ihr produziert wenige Singles, anders als andere Bands. Wieso?

Wir produzieren schon einige Singles, wir haben uns aber immer eher als Album-Band gesehen. Eine Single kann niemals alle Facetten einer Band widerspiegeln, ein Album schon.

Euer aktuelles Album „Ellipsis“ habt ihr mit einem neuen Produzenten aufgenommen. Habt ihr etwas an der Art und Weise, eure Musik aufzunehmen, geändert?

Ja, vor diesem Album hatten wir eine etwas traditionellere Herangehensweise. Wir saßen alle klassisch als Band in einem Raum und haben Musik gemacht. Zuerst haben wir die Instrumente aufgenommen und anschließend den Gesang. Dieses Mal hatten wir keine Regeln. Manchmal haben wir mit dem Gesang angefangen oder mit dem Schlagzeug. Wir waren getrennt oder zusammen bei den Aufnahmen, alles war ein bisschen lockerer.

Auf dem Album-Cover posiert ihr nackt, wie war das?

Das war nervenaufreibend. Ich weiß nicht warum, aber aus irgendeinem Grund hielt ich es für eine gute Idee, mich als Erster ablichten zu lassen. Ich war nervös, nackt in einem Raum voller Leute zu sein. Das Resultat hat uns am Ende aber sehr gut gefallen. Das Foto hat etwas Verletzliches an sich und spiegelt die Musik auf dem Album wider: Wir sind wie neugeboren und fangen von vorne an. Wir nehmen unsere Musik anders auf und lassen ein paar Schicksalsschläge hinter uns. Es war zwar peinlich, sich nackt fotografieren zu lassen, aber das war es wert.

Mit eurem neuen Album seid ihr auf Platz eins der deutschen Charts gelandet. Wie war das für euch?

Wir waren sehr aufgeregt und stolz. Es bedeutete uns mehr, als in UK auf Platz eins zu landen. Einfach weil es ein anderes Land ist.

Ihr habt schon auf vielen deutschen Festivals gespielt, welches hat euch am besten gefallen?

Es gibt viele großartige Festivals in Deutschland. Als Kinder haben wir immer von Rock am Ring geschwärmt. Es ist schwer, ruhig zu bleiben, wenn man auf so einem großen Festival spielen darf.

Interview: Tamy Beyeler

OZ

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