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„Wir hatten sehr viel Glück“

„Wir hatten sehr viel Glück“

1997 rockte die Göttinger Band Guano Apes zum ersten Mal die großen Bühnen/ Jetzt werfen sie einen Blick auf ihre musikalische Vergangenheit

Ihren ersten Auftritt hatten die Guano Apes 1994 in einem Jugendzentrum des 7000-Einwohnerstädtchens Moringen (Kreis Northeim) in Niedersachsen. Schon drei Jahre später ging es für die deutsche Rockband auf Konzerttour durch Europa und die USA. Mit ihrem Album „Proud Like a God“ und dem Hit „Open Your Eyes“ landeten sie am 6. Oktober 1997 ein Debüt, das 75 Wochen in den deutschen Charts stand und sich weltweit millionenfach verkaufte. 20 Jahre sind seitdem vergangen. Anlässlich des Platten-Jubiläums geht die Band nun wieder auf Tour.

 

OZ-Bild

Stefan Ude (Bass), Henning Rümenapp (Gitarre), Sandra Nasic (Gesang), Dennis Poschwatta (Schlagzeug)

Quelle: Foto: Mischa Lorenz

Die vier Bandmitglieder um Frontfrau Sandra Nasic, alle damals gerade Anfang 20, liefern alternativen Rock-Sound, der zu der Zeit in den USA eine Hochphase hatte. Auch deshalb konnte ihr Sound neben Weltgrößen wie Nirvana und Pearl Jam bestehen. Darauf ist Gitarrist Henning Rümenapp immer noch „wahnsinnig stolz“. „Es gibt nicht so viele Bands, die nach 20 Jahren immer noch da stehen können“, sagt der 41-Jährige. Seitdem ist viel passiert. Die Band trennte sich gut zehn Jahre nach der Gründung. „Wir haben zu viel aufeinandergehangen und sind einfach implodiert“, resümiert Rümenapp.

Alle seien für eine Weile ihre eigenen Wege gegangen. Frontfrau Nasic, die man auch aus TV-Shows wie dem Vox-Erfolg „Sing meinen Song“ und der Casting-Show „X-Factor“ kennt, veröffentlichte in der Zeit ein Soloalbum.

2009 fanden die Guano Apes dann wieder zusammen und lieferten mit „Bel Air“ zwei Jahre später ihr drittes Nummer-eins-Album in Deutschland. Der Nachfolger „Offline“ erreichte 2014 immerhin noch Platz acht.

Anfang Oktober haben die Guano Apes ihr Debüt-Album in einer überarbeiteten Version wieder neu herausgebracht: „Die alten Bänder sind zufällig wieder aufgetaucht“, erzählt Rümenapp, „und wir haben versucht, sie in ein zeitgemäßes Gewand zu packen.“ Dazu kommen neu eingespielte Songs und Coverversionen von Popmusiklegenden wie Depeche Mode, Eminem und David Bowie. „Proud Like a God XX (20th Anniversary 2CD Deluxe Edition)“ heißt die Platte und ist am 6. Oktober erschienen.

Auf ihrer Jubiläumstour machen die Musiker auch Halt in Berlin (2. November). Auch Abstecher nach Wien, Prag und Amsterdam sind geplant. Im Publikum erwartet Rümenapp „natürlich Leute, die mit uns gewachsen sind“, sagt er. Aber nicht nur: „Ich schätze das Spektrum zwischen 16 und 50.“ Es hätten sich sogar viele Fans aus den USA und England angekündigt, sagt er.

Auch für die Guano Apes ist die Zeit nicht stehengeblieben. Die CD-Verkäufe reichen längst nicht mehr in den Himmel. „Wir hatten damals sehr viel Glück und haben einen Nerv getroffen, das kommt uns auch heute noch zugute“, sagt Rümenapp. Das will die Band noch ein Weilchen genießen. „Wir wollen nach der Tour auf jeden Fall was Neues machen – wir peilen die nächsten 20 Jahre an.“

Bei allen Veränderungen – manche Sachen bleiben wohl immer gleich: „Die Leute im Publikum stehen immer noch schräg vor mir, weil sie alle Sandra anschauen.“

Live: 2.11., Docks Hamburg, 19 Uhr

Florian Kapfer

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