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„Wir kommen aus der gleichen Zeit“

„Wir kommen aus der gleichen Zeit“

Die US-Rocksängerin Suzi Quatro veröffentlicht mit Don Powell und Andy Scott neue Songs

Am Freitag erscheint das Debütalbum eines Musikprojekts, das sich QSP nennt. Die Abkürzung steht für die vier Musiker Suzi Quatro, Andy Scott und Don Powell. Quatro war in den 70er-Jahren mit Hits, wie „Can the Can“ oder „If you can't give me love“ in den Hitparaden. Andy Scott ist Gründungsmitglied der Band Sweet („Love is like Oxygene“, „The Ballroom Blitz“, „Teenage Rampage“, „Blockbuster“) und noch heute unter diesem Namen unterwegs. Don Powell sitzt seit der Gründung am Schlagzeug bei Slade („Far far away“, „Coz I luv you“, „Skweeze me, pleeze me“). Suzi Quatro spricht im Interview über die Entstehung des Albums, das nach Australien und Asien nun auch in Europa veröffentlicht wird.

Wann habt Ihr QSP gegründet?

Suzi Quatro: Das ist schon ein paar Jahre her, dass mein Mann die Idee dazu hatte. Das war die Zeit, als ich mein Album „Back to the Drive“ gemacht habe.

Andy Scott war damals mein Produzent und mein Mann fand, dass Andy und ich ein gutes Team sind. Und dann brachte er noch Don Powell ins Gespräch. Naja, wir haben darüber geredet, aber es kam erstmal nicht dazu. Aber jetzt, ein paar Jahre später, waren wir plötzlich so weit. Alle waren bereit. Und da haben wir uns im Studio getroffen und zunächst vier Cover-Songs aufgenommen. Irgendwann haben wir dann angefangen auch Songs zu schreiben.

Hattest Du noch andere Mitstreiter im Hinterkopf?

Nein, nur uns drei. Das ist eine gute Kombination, weil wir drei Leute sind, die aus der gleichen Zeit kommen. Wir haben in der gleichen Zeit mit Musik angefangen und haben deshalb alle einen ähnlichen Hintergrund.

Wie habt Ihr Eure Musik in den 70ern gegenseitig wahrgenommen?

Oh, wir kennen uns schon immer. Wir sind Freunde! Mit Slade habe ich meine allererste Tour gemacht. Und Sweet wurden damals von Mike Chapman produziert – und dadurch waren wir alle immer irgendwie verbunden.

Also hattet Ihr bereits Eure Telefonnummern ?

Na klar. Wir haben ja schon oft zusammen gearbeitet.

Als Ihr zusammen ins Studio gegangen seid, was für eine Atmosphäre war das?

Wir waren alle aufgeregt. Und es ging erstmal darum, herauszufinden, was unser Sound sein würde. Darum haben wir zunächst Cover gemacht. Mein Mann ist sehr stolz darauf, dass das Stück „Slowdown“, das er ausgesucht hat, am Ende das erste auf dem Album wurde. Jedenfalls waren wir nicht ganz sicher, wohin unser Projekt führen würde, also mussten wir uns ausprobieren.

Die Musik von Slade, Sweet und Dir wird ja meist als Glam-Rock bezeichnet. QSP ist das aber nicht, oder?

Nein. Und tatsächlich war ich selbst auch nie in dieser Kategorie. Es ist verrückt, dass ich da immer genannt werde. Eigentlich waren meine Musik und meine Stimme immer auf Rock’n'Roll aufgebaut.

Also, wir haben etwas Neues kreiert, das irgendwo zwischen uns dreien angesiedelt ist. Das hat nichts mit unserer Vergangenheiten zu tun.

Also kein Slade, Sweet und Suzi Quatro auf dem QSP-Album?

Oh nein! Es sind wir drei. Natürlich kannst Du meinen Bass und meine Stimme raus hören und auch den Stil von Andy und Don. Aber alles, was wir getan haben, ist neu.

„The Price of Love“ klingt aber doch sehr nach The Sweet.

Oh, das. Ja, na klar. Stimmt. Das war aber Absicht!

Was ist Dein Lieblings-Song auf dem Album?

Oh, das ist schwer zu sagen. Also „Long Way from Home“ war der erfolgreichste Radio-Song. „Pain“ liebe ich! Und ich liebe auch „Just like a Woman“.

Wieso ist das Album erst in Asien und Australien erschienen und wir mussten in Europa noch warten?

Das lag daran, dass ich dort auf Tournee war. Im letzten Januar habe ich meine 32. Tour in Australien gemacht. Und mein Mann hatte die Idee, das Album dort zu promoten. Und das lief großartig. Es kam sogar auf Platz 16 in den Charts. Und danach haben wir erst entschieden, es überall zu veröffentlichen.

Geht Ihr auch zusammen auf Tour?

Wir hoffen, dass es klappt, denn wir haben wirklich Spaß daran, zusammen zu spielen.

Wird Deutschland auf der Liste stehen.

Unbedingt!

Zurück in die Vergangenheit: Als Du angefangen hast, Musik zu machen, wer hat Dich da beeinflusst?

Elvis, Otis Redding, die Motown-Leute, Canned Heat. Und – ob Du es glaubst, oder nicht – Billie Holiday.

Und heute? Welches Album hast Du dir zuletzt selbst gekauft?

Das war eins von Ed Sheeran!

Hast Du weitere Pläne für die Zukunft?

Aber sicher! Ich mache ein neues Album mit Mike Chapman und ich werde mit KT Tunstall zusammenarbeiten.

Interview: Ove Arscholl

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