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Musik „Wir sind mutiger geworden!”
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00:00 12.01.2017

Das stets in Schwarz gekleidete Londoner Intim-Pop-Trio – Romy Madley Croft, Oliver Sim und Jamie Smith – hat auf seinem dritten Album „I See You“ musikalisch den Rollladen hochgezogen – es ist ihr bis dato poppigstes Album. Wir sprachen mit Oliver Sim.

Oliver, auf „Dangerous“ erklingt ein Afrobeat, „On Hold“ beinhaltet ein Sample des US-Popduos Hall & Oates, „Say Something Loving“ ist melodisch und dramatisch. Hattet ihr genug von ganz ruhigen Kängen?

Oliver Sim: Wir wollten, dass unser neues Album offener und freier klingt als die ersten beiden. Auf weitere Nabelschau, noch tieferen Blick nach innen, hatten wir keine Lust. Ich glaube, wir sind lockerer geworden, reifer und erwachsener. Das zeigt sich in den neuen Liedern. Sie sind nicht mehr so nackt.

Wie meinst du das?

Die Leute haben uns anfangs sehr für unseren Minimalismus gefeiert, für die Kargheit und Ruhe in unserer Musik. In Wirklichkeit ist unser Stil, den wir fanden, als wir mit 16 The xx gründeten, keine Absicht. Vielmehr war unser Sound die Folge unserer musikalischen Beschränktheit. Wir konnten einfach noch nicht mehr.

Eure Musik ist kommerziell sehr erfolgreich, ihr spielt in großen Hallen. Denkt man mehr über seine Musik nach, wenn man weiß, dass ein neugieriges Publikum darauf wartet?

Ja, und das war bei unserem zweiten Album „Coexist“ ein Problem. Das erste hatten wir ohne Erwartungen und Zwänge zu Hause im Schlafzimmer aufgenommen. Aber dann kam dieser irre Erfolg, den wir bis heute nicht verstehen, und danach haben wir zu viel nachgedacht. Bei „Coexist“ hielten wir zu sehr an den Aspekten fest, von denen wir wussten, dass sie funktionieren, dass die Leute sie mögen.

Wie habt ihr euch für „I See You“ vom Druck freizumachen versucht?

Indem wir Erlebnisse und Erfahrungen sammelten, jeder für sich. Also hat Jamie sein Soloalbum „In Colour“ gemacht, und Romy ging nach Los Angeles.

Du selbst gingst unter die Models für „Dior Homme“. Ein Traum von dir?

Ach, gar nicht. Ich bin kein Model und will auch keins werden. Ich bin Musiker. Allerdings war es schmeichelhaft und auch ein ziemlicher Spaß, das auszuprobieren. Und, nun ja, „Dior Homme“ ist eine Marke, die ich wirklich liebe.

Wie hat euch diese Phase verändert?

Wir sind forscher und extrovertierter geworden – und mutiger.

Ihr habt das neue Album nicht in London, sondern vor allem in den USA geschrieben. Wie ging das vonstatten?

Wir sind mit dem Auto von Seattle bis nach Los Angeles runtergefahren, immer am Ozean entlang. Auf dieser Reise durchs Helle entstanden die ersten Songs. Wir konnten gar nicht anders, als uns heftig von der Sonne und unserer eigenen Lässigkeit inspirieren zu lassen. Deshalb ist „I See You“ für mich eher ein Tag-Album, während „The xx“ und „Coexist“ Nachtalben waren.

Ist „I See You“ euer bis dato poppigstes Album?

Ich denke schon. Wir drei lieben Popmusik seit jeher. Aber Popstars sind wir trotzdem nicht. In unserem privaten Leben hat sich so gut wie gar nichts geändert. Wir sind noch die Alten.

Interview: Steffen Rüth

OZ

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