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Musikalische Begegnungen mit höchster Meisterschaft

Rostock Musikalische Begegnungen mit höchster Meisterschaft

Gelungener Auftakt für den internationalen Sommercampus an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater.

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Yukako Morikawa (Flügel) und die Meisterkurs-Leiter Stephan Picard (Violine) und Laura Ruiz Ferreres (Klarinette).

Quelle: Dietmar Lilienthal

Rostock. Es war wie die Begegnung mit einem fernen Stern, bei der nicht sein Licht blendete, sondern die Tatsache, dass man ihn überhaupt noch sah: die Aura des 90-jährigen Pianisten Menahem Pressler beim Eröffnungskonzert des Sommercampus der Rostocker Hochschule für Musik und Theater im Rahmen der Festspiele MV.

Pressler ist einer der letzten noch konzertierenden Repräsentanten einer Generation, die von solchen Pianisten wie Swjatoslaw Richter oder Emil Giles einerseits und andererseits von Glenn Gould, Friedrich Gulda oder Alfred Brendel geprägt wurden. Als spiritus rector des legendären Beaux Arts Trios, das mehr als 50 Jahre lang die Interpretationsstandards des klassisch-romantischen Klaviertrios bestimmte, ist er ein Patriarch der Kammermusik. Der HMT ist es gelungen, ihn für einen Meisterkurs in ihrem Sommercampus zu gewinnen.

So musizierte er am Donnerstag im Rostocker Katharinensaal Mozarts spätes Rondo a-Moll KV 511 mit solch unvergleichlicher Phrasierung und einer Dezenz des Ausdrucks, in der jederzeit dennoch die persönliche Tiefe und Dichte aufleuchtete — wie eine wehmütige Erinnerung an einen Mozart, den unsere Zeit ganz anders sehen will. Dann musizierte er mit dem Meistercellisten Daniel Müller-Schott (38), der zuvor das Prélude aus der Cellosonate Nr. 3 von Bach in all seiner Kunstfertigkeit gestaltet hatte, den 1. Satz aus der Cellosonate op. 38 von Brahms. Hier erwies sich nochmals seine Meisterschaft im Begleiten, unspektakulär und doch mit solcher Suggestivität, dass man geneigt war, der Klavierstimme mehr zu lauschen als der des Cellos.

Nach dieser Reminiszenz an eine nahezu verschollene Epoche wendete sich der zweite, größere Teil des Konzertes dem Gegenwärtigen zu. Nicht weniger eindrucksvoll, wenn auch auf „moderne“ Art, boten hier die jüngeren Meister des Sommercampus Werke von Chopin, Bartók, Peter Hope (84) und Detlef Bensmann (56).

Damit riss ein Horizont auf, das Erlebnis des Abstandes und der Differenz, das wachgerufene Bewusstsein von der Geschichtlichkeit des Musizierens — was dessen selbstgewisser Gegenwart nicht schaden kann. Heinz-Jürgen Staszak

 



OZ

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