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Kultur Musikalische Raritäten hinreißend vorgestellt
Nachrichten Kultur Musikalische Raritäten hinreißend vorgestellt
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00:09 24.04.2018
Ekkehard Ochs über ein Kammerkonzert in Stralsund
Stralsund

Auch im sechsten von insgesamt sieben Kammerkonzerten der Saison 2017/2018 konnte der Förderverein Klinikumskirche Stralsund e. V. seine zahlreiche Anhängerschaft wieder mit Besonderem überraschen. Dazu gehörten das mit Flöte, Oboe, Klarinette Horn und Fagott klassisch besetzte und vom Deutschen Musikrat geförderte Kunst.

Bläserquintett – heißt tatsächlich so – und die Pianistin Ah Ruem Ahn aus Südkorea, vor allem aber ein Programm, das als Quintett mit und ohne Klavier sowie als Sextett eher wenig bekannte, aber originale Repertoire-Spielräume ausreizte. Raritäten mithin, die bei einem durchaus verwöhnten Publikum für helle Begeisterung sorgten! Umso mehr, als die jungen Bläser mit allen Tugenden eines bestens aufeinander abgestimmten Musizierens aufwarteten und mit der Vielseitigkeit unkonventioneller Gestaltung überzeugten. Genau das verlangte dann auch ein Repertoire, bei dem die entsprechenden Standards hoch anzuschlagen waren.

Bei Beethovens op. 16 etwa (ohne Flöte, aber mit Klavier), das Mozarts „Erfindung“ dieser Besetzung (KV 452) mit gleich hohem künstlerischen Anspruch aufgreift und hier hinsichtlich prägnanter Durcharbeitung und stilistischer Gewichtung ausgeprägt klassische Gestaltung erfuhr. Und nicht weniger bei Francis Poulencs Sextett (1932(1939), bei dem das brillant agierende Ensemble zwischen geschmeidiger Transparenz und fast rabiater Spiellaune alle Register variabler Klangregie zu ziehen wusste. Notwendig war das gleichermaßen beim klassisch besetzen, aber sehr unorthodox den jazzigen Sound von New Orleans vermittelnden Quintett des Argentiniers Lalo Schifrin (1987); auch das ein Kabinettstück gekonnter, raffinierter Bläserkammermusik! Und eine weitere Überraschung: das Sextett (1900) des Schweizers Klaus Huber. Das waren nicht weniger als 30 Minuten rauschhaft spätromantischen bis frühexpressionistischen, melodisch ausladenden und fast orchestralen Musizierens von höchster, beschwörender Klangintensität; eine hinreißend präsentierte Rarität mit hohem Entdeckerpotenzial. Toller Abend!

OZ

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