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00:01 11.12.2017

Wer im Weihnachtskalender der Festspiele MV das achte Türchen öffnete, fand sich im Gutshaus Stolpe (Anklam) wieder: bei einem Preisträgerkonzert, das – advents-, beziehungsweise weihnachtsgemäß und festivalgemäß sowieso – mit Überraschungen aufwartete. Die erste bestand in einem Programm, das Debussys g-Moll-Streichquartett op. 10, eine der Streicher-Pavanen des englischen Renaissancekomponisten John Dowland, Paul Hindemiths Trauermusik für Viola und Streicher, eine der schon Ludwig XIV. begeisternden Violinsonaten Elisabeth-Claude Jacquet de la Guerres (hier für Viola), Telemanns Violakonzert und diverse Weihnachtslied-Bearbeitungen in dieser Reihenfolge und damit einigermaßen unorthodox verband. Eine zweite bestand im damit fast konfrontativen Angebot von rund 400 Jahren Stilgeschichte, was hier vor allem die für Renaissance, Barock, Impressionismus und Gegenwart (Bearbeitungen) jeweils gültige Musizierpraxis betraf.

Keine Überraschung aber war in diesem speziell für die Festspiele MV zusammengestellten Programm der souveräne Umgang mit musikalischen Ausdruckswelten und Spielweisen, für deren glaubhafte Umsetzung nur höchste spieltechnische wie gestalterische Standards ausreichen. Aber was will das schon heißen, wenn man einen unglaublich vielseitigen Nils Mönkemeyer (Viola) präsentieren kann, mit Sabine Erdmann (Cembalo) und Andreas Arend (Theorbe) über Alte-Musik-Spezialisten verfügt und im jungen vision string quartet ein umwerfend innovatives, zwischen Jazz, Pop, Rock und allen Bereichen größter Quartettkunst souverän agierendes Ensemble aufzubieten vermag.

Ein toller Abend: Debussy – ein Traum an Klang und Atmosphäre; der Dowland, eine sehr englisch vielstimmige Elegie, Hindemith in altdeusch seriöser handwerklicher Meisterschaft und Barockes zwischen Adagio-Klangseligkeit und vom Stuhl reißender Spielfreude. Und letzte Überraschung: Wer glaubte, danach entlasse man ihn besinnlich-weihnachtlich, der irrte: Weihnachtslied-Ohrwürmer können auch anders klingen.

OZ

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