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Musikalischer Hochgenuss

Wismar Musikalischer Hochgenuss

Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern sind nicht nur der Lieferant glamouröser musikalischer Großevents.

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Heinz-Jürgen Staszak über ein Festspielkonzert mit Julia Fischer und Daniel Müller-Schott in Wismar

Wismar. Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern sind nicht nur der Lieferant glamouröser musikalischer Großevents. Ebenso intensiv wenden sie sich immer wieder dem Bereich intimer Kammermusik mit geistigem Anspruch zu und sparen dabei nicht mit Weltstars.

Ein solches Konzert gab es am Sonntag in Wismars Heiligen-Geist-Kirche mit der Geigerin Julia Fischer (34) und dem Cellisten Daniel Müller-Schott (40), seit zwei Jahrzehnten als Solisten oder Kammermusiker regelmäßige Stammgäste der Festspiele MV, die sich den feinsinnigen Pianisten Herbert Schuch (37) als dritten Mann in einem Klaviertrio-„Gipfel“ mitgebracht hatten.

Es war nicht nur der musikalische Hochgenuss des meisterlichen Zusammenspiels der drei, der die Erlebnisqualität des Konzertes bestimmte; es war der geistige Zugriff: nicht routiniert, nicht mainstreamig, sondern originell und eigenständig, aber nicht von jener Originalität, die beständig auf sich zeigt, wie originell sie ist. In solch fesselnder Balance musizierten sie Beethovens letztes Klaviertrio B-Dur, op. 97 (1811), getaucht in eine milde gesangliche Aura. Dabei ließen sie den liedhaften Gesang nicht nur in widerhakenloser Schönheit verströmen, sondern setzten Akzente, die verdeutlichten, dass für solche Schönheit der Raum immer erst erobert werden muss.

Noch intensiver führten sie die Freilegung eines solchen Untergrundes in Tschaikowskis Klaviertrio a-Moll, op. 50 (1882) vor, ein Monument beseelter Klage und Trauer „A la mémoire d’un grande artiste“.

Atemberaubend und ergreifend ihr geistiger Spannungsbogen, mit dem sie, nach der bewegenden Elegie des ersten Satzes, den geradezu epischen Variationssatz gestalteten als ein Spektrum der Traurigkeit im Leben, selbst in der Lustigkeit oder Beschwingtheit, mit resoluten Befreiungsversuchen, die nur in die erschütternde Endgültigkeit eines versiegenden Trauermarsches mündeten.

OZ

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