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Musikalisches in „Bildern“

Musikalisches in „Bildern“

Nur hörend genießen – das reichte auch diesmal nicht. Im 1. Philharmonischen Konzert des Theaters Vorpommern (Greifswald) ging es sogar um Hör- und Verständnisaufgaben ...

Nur hörend genießen – das reichte auch diesmal nicht. Im 1. Philharmonischen Konzert des Theaters Vorpommern (Greifswald) ging es sogar um Hör- und Verständnisaufgaben der besonderen Art: um Filmmusiken, zu denen es nie Filme gab, die aber irgendwie auch „gesehen“ werden wollen, und um ein sehr bekanntes, „malerisches“ Orchesterwerk, dem der Komponist selbst eine kineastische Bildersprache zugestand. GMD Golo Berg und das Philharmonische Orchester Vorpommern machten sich damit zu Anwälten sehr individueller und absichtsvoll „musiksprachlich“ intendierter Mitteilungsabsichten. So zunächst bei Benjamin Schweitzer. Seine „Introduktion und Lichtspielszene“ (2005) geriet ihnen überzeugend zu einer ständig wechselnden, zunächst recht statisch wirkenden, dann aber griffiger, strukturierter und belebter werdenden Abfolge klanglich so souverän wie spannend ausgereizter „Bilder“; die mit dunklen Farben, zerfasertem Klangbild, auch skurril und unheimlich lebendig intendierten Assoziationen eines „Monsters aus dem Sumpf“ inbegriffen. Für Düsteres, Drohendes, ja Katastrophales hatte man auch bei Schönbergs „Begleitmusik zu einer Lichtspielszene“ op. 34 (1929) das rechte Händchen: dynamisch aufregend impulsiv, gestisch prägnant und mit einer musikantischen Verve, die den zwölftönigen Hintergrund des Werkes außerordentlich expressiv zu deuten verstand. Und noch eine Facette bildhaften Musizierens: Debussys „La Mer“ – „das ist sogar Kino“ (Debussy) – für das die Philharmoniker tief in eine volle Kiste irisierender Farben und feinster Bewegungsmuster greifen konnten. Bliebe der Kontrast: Mozarts B-Dur-Violinkonzert KV 207, sein erstes überhaupt (1773). Elisabeth Weber – international geschätzte Hochschulprofessorin aus Lübeck – hat es nicht unterschätzt und ihm mit blühendem, selbstbewusst herzhaftem Ton eine schöne Balance zwischen spieltechnischer Präsenz, hohem Unterhaltungswert und künstlerischem Anspruch verliehen.

OZ

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