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Musizierfreude mit Tiefgang

Stralsund Musizierfreude mit Tiefgang

Noch ist ein Abend mit Klavierquartetten in bester Erinnerung, da wurde in Stralsunds Klinikumskirche mit einem Preisträgerkonzert des Deutschen Musikrats erneut Verheißungsvolles avisiert.

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Ekkehard Ochs über einen Klaviertrioabend in Stralsund

Stralsund. Noch ist ein Abend mit Klavierquartetten in bester Erinnerung, da wurde in Stralsunds Klinikumskirche mit einem Preisträgerkonzert des Deutschen Musikrats erneut Verheißungsvolles avisiert. Und das mit einem Ensemble, das den verpflichtenden Namen „Trio Adorno“ kaum zufällig trägt. Alles sprach für besondere Verdienste: für den innovativen Umgang mit Neuer Musiik, für den Bezug auf eine Persönlichkeit, die als Philosoph, Musikkritiker und -soziologe zu den programmatisch richtungsweisenden Gestalten des 20. Jahrhunderts zählt und — ganz allgemein — für jede Menge künstlerischer Meriten, die sich das 2003 gegründete, in Hamburg beheimatete Klaviertrio inzwischen erworben hat.

Schade deshalb, dass dem Programm jeder Bezug zur Moderne fehlte.Wer sonst soll diese denn unter die Leute bringen, wenn nicht die dafür Prädestinierten! Andererseits ließ man mit Mozart (B-Dur KV 502), Ravel (a-Moll) und Mendelssohn (d-Moll op. 49) keine Zweifel an in gleicher Weise erwartbarer gestalterischer Kompetenz. Langes gemeinsames Arbeiten bei hochkarätigen Lehrern präsentiert sich da in einem klanglich ausgewogenen und wie aus einem Guss wirkenden Musizieren, das mit schöner Selbstverständlichkeit die Freude am spielerisch lockeren Umgang mit technischen Herausforderungen und die Fähigkeit zum differenzierten Ausloten unterschiedlicher musikalischer „Sprachen“ miteinander verbindet. Dabei ist die verführerisch klangschöne Oberfläche nur Teil der künstlerischen Wahrheit, die das Trio — beherzt und stringent — „dahinter“ substanzkräftig Gestalt werden lässt.

Also ein frischer, gleichwohl sensibler, auch inniger Mozart mit wunderschön „singendem Allegro“, ein ähnlich stimmig ausbalancierter, eher „klassisch“ motivierter „Mozart des 19. Jahrhunderts“ — so nannte Schumann den Freund Mendelssohn — und dazwischen die delikat raffinierte, gleichsam schwebende und exotisch impressionistische Klangfarbenwelt Ravels. Mehr Überzeugungsarbeit brauchte es da nicht!

 



OZ

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