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Kultur Nach Brexit: Martin Roth verlässt Londoner Museum
Nachrichten Kultur Nach Brexit: Martin Roth verlässt Londoner Museum
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00:00 06.09.2016

. Der deutsche Leiter des Londoner Victoria and Albert Museums, Martin Roth, gibt seinen Posten auf. Er wolle sich politisch wieder mehr engagieren, begründete der 61-Jährige den Schritt im Deutschlandfunk. Außerdem glaube er nicht, dass er das führende britische Museum für Kunst und Design nach fünf Jahren an der Spitze noch „besser hinbekomme“. Der „Berliner Zeitung“ sagte Roth, er bedauere die Entscheidung. Aber die Situation in Europa brauche „gerade mehr als nur gute Ausstellungen“.

Spekulationen, er ziehe sich aus Enttäuschung über das Brexit-Votum der Briten zurück, bestätigte Roth nicht direkt. Im Deutschlandfunk sagte er aber, es sei „erbärmlich“, was die Kunst- und Kulturwelt gegen politische und gesellschaftliche Bedrohungen unternehme. Man schaue nur zu und befasse sich mit sich selber. Das Europa, an das er glaube, existiere möglicherweise schon längst nicht mehr.

Die Briten hatten im Juni entschieden, die Europäische Union zu verlassen. Roth hatte sich vor dem Referendum deutlich gegen einen Brexit ausgesprochen.

Roth leitet das Victoria and Albert Museum seit 2011. Der Schwabe zählt zu den wichtigsten deutschen Museumschefs und galt auch in London als äußerst erfolgreich. Ausstellungen wie über David Bowie (2013) oder den Modedesigner Alexander McQueen (2015) lockten Hunderttausende an. Erst im Juli war das Victoria and Albert Museum zum „Museum des Jahres“ gekürt worden.

Von 1991 bis 2001 war Roth Direktor des Deutschen Hygiene-Museums Dresden, 2001 bis 2011 Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und von 1995 bis 2003 auch Chef des Deutschen Museumsbundes. Er ist der erste Deutsche an der Spitze eines britischen Topmuseums. Roth wird künftig ehrenamtlich als Präsident des Instituts für Auslandsbeziehungen (IfA) tätig sein.

OZ

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