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Nach Hitler ist auch Mussolini „wieder da“

Nach Hitler ist auch Mussolini „wieder da“

In der deutschen Filmkomödie „Er ist wieder da“ kam Hitler zurück / Nun startet ein Film mit Diktator Mussolini in Italien

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Szene aus der italienischen Komödie „Sono Tornato“ (dt.: Ich bin wieder da) mit Massimo Popolizio als Mussolini.

Quelle: Foto: Claudio Iannone/dpa

Rom . Ein kahlköpfiger Mann in Uniform und Stiefeln fällt vom Himmel, mitten ins heutige Rom: Über 70 Jahre nach seinem Tod ist Italiens faschistischer Diktator Benito Mussolini zurückgekehrt – in einer neuen Filmkomödie. „Sono Tornato“ (dt. „Ich bin wieder da“) läuft seit gestern in 400 Kinos

Italiens, mitten im heißen Wahlkampf für die Parlamentswahlen am 4. März.

„Im Gegensatz zu den Deutschen haben die Italiener nie mit ihrem Diktator abgeschlossen. Es ist so, als ob sie einfach abtun, wie gefährlich er war, als ob sie die Lehren aus der Vergangenheit vergessen hätten“, sagte Regisseur Luca Miniero der Presse.

Die Macher haben den deutschen Kassenschlager „Er ist wieder da“ auf das südeuropäische Land umgemünzt: Statt Adolf Hitler treibt Mussolini sein  Unwesen in Italiens Hauptstadt. Die deutsche Vorlage basierte auf dem Bestsellerroman von Timur Vermes. Darin beschreibt Vermes, wie Hitler im heutigen Berlin aufwacht und als Fernsehstar populär wird.

Während das deutsche Original den subtileren Ton eines fiktionalen Dokfilms anschlägt, ist „Sono Tornato“ konventionellere Komödie mit Ausflügen ins Slapstick-Genre. Einige Szenen zeigen Passanten, die den vermeintlichen Duce mit faschistischen Handgesten grüßen.

„Im deutschen Film sind die Deutschen beinahe entsetzt, wenn Hitler auftaucht; in Italien fragten die Leute nach Selfies“, sagt der Schauspieler Massimo Popolizio, der in die Rolle des Duce schlüpfte.

Unterm faschistischen Regime (1922-43) ließ Mussolini Gegner verhaften und führte 1938 Gesetze gegen die jüdische Bevölkerung ein. Im Zweiten Weltkrieg schlug er sich auf die Seite

des  NS-Regimes. Sein Versuch, zu Kriegsende in die Schweiz zu fliehen, scheiterte: Partisanen töteten ihn.

Doch auch nach 70 Jahren ist das Erbe des Duce sichtbar: In vielen Städten prangen immer noch faschistische Slogans an Gebäuden. Souvenirs gibt es zu kaufen,

Rechtsextreme können ungehindert faschistische Parolen ausgeben. Der Chef der rechten Lega Nord, Matteo Salvini, sagte kürzlich, dass unter faschistischer Herrschaft „viele (gute) Dinge“ geschehen seien, wie Rentenreformen und Bauprogramme. Er verurteilte zugleich die Juden-Verfolgung.

„Sono Tornato“ sei nicht ideologisch geladen, so die Macher. Ziel sei, durch die Figur Mussolini aktuelle Wesenszüge der italienischen Gesellschaft aufzudecken. „Seine Laster, sein Zynismus, seine Bösartigkeit sind Spiegel unserer Laster, unseres Zynismus, unserer Bösartigkeit“, sagt Drehbuchautor Nicola Guaglianone.

A. Armellini

OZ

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