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Naegelis Graffiti: einst kriminell – jetzt Kunst

Düsseldorf Naegelis Graffiti: einst kriminell – jetzt Kunst

Stadtmuseum Düsseldorf präsentiert bislang umfassendste Ausstellung seines Werks

Düsseldorf. . Vor mehr als 30 Jahren kam Harald Naegeli wegen seiner Graffiti an tristen Züricher Hauswänden ins Gefängnis. Inzwischen sind die frechen schwarzen Strichmännchen und -frauen des Pioniers der Street Art museumsreif. Naegelis „Exil“-Stadt Düsseldorf widmet dem „Sprayer von Zürich“ die bislang umfassendste Ausstellung seines Werks. Unter dem mehrdeutigen Titel „Der Prozess“ sind von morgen bis 1. Januar im Stadtmuseum Fotos seiner Strichfiguren aus mehreren Jahrzehnten, ein Nachbau seines Ateliers, aber auch Prozessakten und Hunderte Züricher Polizeifotos zu sehen. Auch die andere Seite von Naegelis Kunst wird gezeigt: mit feinster Tuschefeder gezeichnete „Wolkenbilder“, an denen Naegeli (76) teilweise schon seit Jahrzehnten arbeitet und die nie abgeschlossen sind. Straßenzeichnungen und Wolken – „auf diese beiden Pole gründet sich mein Schaffen“, sagte Naegeli.

Naegeli erfuhr unterschiedliche Reaktionen auf sein Werk und bekam vor allem in der Schweiz und in Deutschland starke gegensätzliche Meinungsäußerungen zu seinen Arbeiten. Während man Naegelis Werke in der Schweiz als Schmierereien bezeichnete, diese entfernte und ihn strafrechtlich verfolgte, fiel die Reaktion auf sein Werk in Deutschland viel positiver aus. Als Naegeli im Jahr 1982 ins Asyl nach Deutschland floh, um seiner Inhaftierung zu entgehen, hatte sich sein Name schon international verbreitet.

Im Gegensatz zur Schweiz wurde er in Deutschland anerkannt und in seiner Kunst bestätigt. Deutsche Politiker und Künstler wie Willy Brandt und Joseph Beuys, die er kennengelernt hatte, als er 1982 ins Asyl nach Düsseldorf floh, gehörten zu den großen Unterstützern und Bewunderern seiner Kunst und setzten sich für seine Freiheit ein.

OZ

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