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16:49 11.12.2017
Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Haus der Geschichte in Bonn. Quelle: Henning Kaiser
Bonn

Migration, Globalisierung und internationaler Terrorismus: Wie verändern diese Entwicklungen den Alltag in Deutschland? Um diese Frage kreist die neu gestaltete Dauerausstellung im Bonner Haus der Geschichte.

Am Montag eröffnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Schau, ab Dienstag ist sie für Besucher zugänglich.

„Deutsche Geschichte ist und war immer auch europäische Geschichte“, sagte Steinmeier in Bonn. „Wer diese Wege nachvollzieht, erkennt, dass die Geschichte einer Nation oder eines Landes kein Solitär ist. Sie passt nicht in eine Vitrine.“ Ein Museum muss dieses Kunststück dennoch versuchen: Geschichte festhalten und anschaulich darstellen.

In Bonn geschieht das mithilfe von zentralen Exponaten aus den vergangenen drei Jahrzehnten. Etwa anhand eines demolierten Stahlträgers aus den Trümmern des 2001 zerstörten World Trade Centers in New York. Oder mit einem hölzernen Flüchtlingsboot, mit dem Schleuser Menschen von Afrika nach Europa brachten, bevor es 2014 beschlagnahmt wurde.

Die Auswirkungen der Flüchtlingskrise der vergangenen drei Jahre werden in Bild- und Tondokumenten deutlich. Aufnahmen von Flüchtlingshelfern in Deutschland gehören dazu, auch Zeitungsartikel über brennende Flüchtlingsheime. Die Gegenüberstellung soll zur Diskussion anregen.

Es ist dieser Blick von außen, ausgehend von einem Boot im Mittelmeer, der die Ausstellung „Unsere Geschichte. Deutschland seit 1945“ prägt. Sie zeigt, wie das Weltgeschehen der vergangenen Jahrzehnte das Leben hierzulande verändert hat. „Wir beginnen mit der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und führen über den Mauerfall bis hin zu den Herausforderungen unserer unmittelbaren Gegenwart“, sagt Ausstellungsdirektor Thorsten Smidt.

Lange Zeit waren die 80er- und 90er-Jahre das Sorgenkind des Museums. „Die letzten rund 450 Quadratmeter wurden von vielen einfach nur durchlaufen, ohne noch irgendwo hängen zu bleiben“, so Smidt. Im März musste die Dauerausstellung wegen einer umfangreichen Sanierung des Glasdaches geschlossen werden. Die Museumsleitung nutzte die Chance, um auch inhaltlich Hand anzulegen.

Künftig dürfte das runderneute Ausstellungsende deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Zumindest so lange, bis die nächste Runderneuerung ansteht. Schließlich erinnerte auch Bundespräsident Steinmeier in seiner Eröffnungsrede daran, aus dem Blick in die Vergangenheit immer auch nach vorne zu schauen: „Die Geschichte endet nicht.“

dpa/lnw

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