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Kultur Neue Glocke für Nieparser Kirche bestellt
Nachrichten Kultur Neue Glocke für Nieparser Kirche bestellt
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00:00 27.09.2018

Niepars. Bald ist es geschafft: Die kleine Glocke der Nieparser Kirche, die seit Oktober 2016 allein erklingt, bekommt wieder eine große Schwester, so dass das Zweiergeläut wieder komplett ist. Die neue Glocke ist bereits bestellt. Zwar gibt es noch keinen Termin, dafür eine lange Warteliste, aber Förderverein und Kirchengemeinde warten quasi täglich auf die gute Nachricht von der Firma Bachert aus Karlsruhe: Jetzt wird die Glocke gegossen.

Förderverein ruft zum Endspurt im Spendenmarathon: 5500 Euro sind bereits eingegangen

Zu verdanken ist dieser Erfolg 57 Spendern. Sie hatten nach dem Aufruf des Fördervereins der beiden evangelischen Kirchen Ende 2017 für die neue Glocke Geld gegeben. „Die Resonanz war überwältigend. Da gab es Leute, die haben sich 10 Euro wirklich vom Munde abgespart, um für ihre Kirche zu spenden“, erzählt Irene Martschei vom Förderverein und erinnert sich an viele Familien, die etwas aufs Glockenkonto überwiesen haben, aber auch Nieparser Unternehmer.

Sogar die Nachfahren des Gutsbesitzers von Zansebuhr, die heute in England leben, machten mit. „Es tut gut zu spüren, dass die Leute die Kirche als ein Stück Kultur, aber auch als ein Stück ihrer Geschichte erleben und sich dafür engagieren. Das merken wir auch bei den Konzerten, die wir zu Gunsten der neuen Glocke organisiert haben“, erzählt die 69-Jährige und man merkt ihr an, dass sie für die Sache brennt. „Es ist schön zu sehen, dass von vielen Menschen etwas zurückkommt. Auch wenn man sie nicht regelmäßig im Gottesdienst sieht.“

5586,11 Euro sind bisher auf dem Spendenkonto eingegangen. Und dafür sagen Verein und Gemeinde Danke. Aber 12000 Euro kostet das Gießen der neuen Glocke. „Natürlich will der Förderverein auch einen großen Teil dazugeben. Aber wir würden uns freuen, wenn jetzt zum Endspurt noch ein paar Spenden dazukommen“, hofft Irene Martschei. Denn der Förderverein möchte nicht nur die große Glocke anschaffen. Ein neuer Fußboden in der Pütter Kirche, die Empore in Niepars oder die Heizungen in beiden Kirchen stehen da noch auf der Wunschliste. Deshalb sind Förderverein und Kirchengemeinde natürlich nicht traurig, wenn mehr Geld zusammenkommt.

Zum Spenden-Endspurt haben sich die Initiatoren deshalb noch etwas Besonderes einfallen lassen: Am Freitag, dem 5. Oktober, wird um 19 Uhr zu einem Konzert mit der Stralsunder Singakademie eingeladen. Unter dem Motto „Unerhört“ werden unter anderem Werke von Frauen aus vier Jahrhunderten gesungen, die bisher wenig beachtet wurden. Außerdem geben Briefe und Tagebücher Einblicke in das Leben der Komponistinnen.

57 Jahre hatte die alte, gusseiserne Glocke mit der Inschrift „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort“ ihre Dienste getan. 1959 wurde sie vom Bahnhof in Martensdorf abgeholt und in einem bunt geschmückten Wagen bis zur Kirche gebracht. Am 19. Juli 1959 feierte die evangelische Kirchengemeinde die Glockenweihe. Und die ist auch geplant, wenn die nagelneue eiserne Glocke in Niepars anrollt. Die Inschrift soll übrigens lauten „Dona nobis pacem“ (Gib uns Frieden!). Doch zuvor plant der Förderverein noch einen anderen Höhepunkt.

„Wir wollen live dabei sein, wenn unsere Nieparser Kirchenglocke gegossen wird. Die Gießerei Bachert bietet das immer freitags an. Und deshalb können sich alle, die mit nach Karlsruhe fahren wollen, bei uns melden. Wir organisieren dann die Fahrt nach Baden-Württemberg“, so Irene Martschei. Sie freut sich schon riesig. „Wann sieht man denn schon mal, wie solche riesigen Glocken gegossen werden?“

Kleiner Förderverein engagiert sich seit 18 Jahren

1328 wurde die Glocke in der Nieparser Kirche erstmals erwähnt. Von einem Dreiergeläut blieben später nur zwei Glocken übrig, doch seit 2016 hört man nur noch ein leises Läuten von der kleinsten Glocke, die große wurde wegen starker Rostschäden stillgelegt. Die Kirche wurde übrigens in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut.2000 wurde der Förderverein der evangelischen Kirchen Pütte und Niepars gegründet. Er hat nur zehn Mitglieder. Vorsitzender ist Thomas Götze. Der sagt: „Der Förderverein stirbt zwar langsam aus, wenn wir nicht bald weitere Mitstreiter finden, aber unsere Veranstaltungen werden sehr gut angenommen.“

2016 hat der Verein neue Toiletten gebaut, auch Gutachten wurden bezahlt, Wandmalereien freigelegt oder Schimmel beseitigt.

Ines Sommer

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