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00:05 11.05.2017
„Fishing for Beauty“: Anne Hilles raumgreifende Skulpturen regen die Fantasie an.

Man betritt den großen Saal des Künstlerhauses und wird sofort ausgebremst: Ein Holz-Gebilde nimmt fast den gesamten Raum ein. Ganz große Kunst – auf jeden Fall das räumlich größte Objekt der neuen Ausstellung „Farbe und Form“ mit sechs Künstlern aus Mecklenburg-Vorpommern. Gut eine Woche lang haben Holger Stark und zwei seiner Kollegen daran gearbeitet.

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„Farbige Skulpturen“ von sechs Künstlern aus Mecklenburg-Vorpommern korrespondieren ab Sonnabend im Künstlerhaus Plüschow miteinander

Die Ausstellung

Eröffnung am 13. Mai um 17 Uhr, Begrüßung und einführende Worte: Miro Zahra, Leiterin des Künstlerhauses Schloss Plüschow

Musik: Johannes Daug (Akkordeon)

Öffnungszeiten: bis zum 18. Juni dienstags bis sonntags 11-17 Uhr Weitere Infos: www.plueschow.de

Während des Aufbaus wirken die Holzständer filigran, doch die Seiten und Wände werden noch mit Holz belegt und farbig gestaltet.

Das ist solides Handwerk, ganz klar, und es ist Kunst auf Zeit. Die Installation wirkt auf den Betrachter körperlich – durch den nur schmalen Pfad drum herum und die Einladung, den Kunst-Raum zu betreten. Denn die erste Tür ist offen, die zweite wird vernagelt. Holger Stark holt eine kleine Keramik hervor, die er vor 25 Jahren in einem Seminar anfertigte: eine Platte, drei Mauern, davon zwei mit Durchgang. „Diese alte Arbeit hat mich zu der Installation inspiriert“, erzählt der 57-Jährige. Die Spannung aus offenen und geschlossenen Räumen habe ihn interessiert. Es ist ein Spiel mit Fluchten, mit Weite und Enge. „Raumvermessungen und Irritationen, aber auch versteckte, falsche Treppen, vernagelte Ausgänge und verstellte Auswege wecken mein Interesse.“

Der gebürtige Rostocker hat Kunst in Dresden, Hamburg und London studiert – und sich entschieden, seine Brötchen mit solidem Handwerk zu verdienen. In seiner Firma Kerbholz verbindet er tradionelles Handwerk mit Geschichtsbewusstsein. Seine Installationen sind kein Zubrot („damit kann man kein Geld verdienen“), sondern für ihn innere Notwendigkeit. Künstlerisch hat er sich schon immer ausgedrückt: mit Installationen, Performances, Video- und Fotoprojekten. Gerne eckt er damit an. „Meine Kunst ist nicht bekömmlich“ und „Ich arbeite nicht nett“ sind Sätze, mit denen er mit jungenhaftem Charme seine Position klarmacht.

„Es ist auch sehr spannend, wie die Holzinstallation mit dem Saal aus dem 18. Jahrhundert korrespondiert“, findet die Leiterin des Künstlerhauses, Miro Zahra. Sie hat für die Ausstellung eine spannende Auswahl getroffen. Im Gegensatz zu Holger Starks Installation wirken die Fantasieobjekte von Anne Hille filigran und verspielt. „Fishing for Beauty“ heißen ihre blauen Skulpturen an langen dünnen Stäben. Mit Alltagsobjekten wie CDs und Getränkedosen gestaltet Anka Kröhnke farbig auffällige Objekte, die den Besucher im Foyer empfangen. Dort sind auch die farbigen Holzfiguren von Wilfried Schröder zu sehen.

Sehr klar und streng konzipiert wirken dagegen die Arbeiten von Bernd Kommnick, die speziell für den Eckraum im Schloss Plüschow geschaffen wurden, und die kompakten Gips-Objekte von Cindy Schmiedichen. Sie sind pigmentiert und entfalten im vertäfelten Raum eine besondere Wirkung.

„Es ist ein spannender Mix, die Künstler vertreten unterschiedliche Positionen“, sagt Miro Zahra. Bei aller Differenz ist die Kombination von Farbe und Form das verbindende Moment. Eine Besonderheit hat die Installation von Holger Stark: Wenn die Ausstellung abgebaut wird, ist seine Kunst kaputt – übrig bleiben fünf Kubikmeter Holz. Das war bisher immer so bei seinen Objekten. „Es wäre vielleicht doch ganz schön, wenn irgendwann mal eines stehen bleiben würde.“

Petra Haase

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