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Kultur Neuer Volkstheaterchef: „Weinen wollen wir nicht, sondern nach vorne schauen!“
Nachrichten Kultur Neuer Volkstheaterchef: „Weinen wollen wir nicht, sondern nach vorne schauen!“
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00:00 03.08.2016
Der Intendant Joachim Kümmritz Quelle: Jens Büttner/dpa

Der neue Intendant des Volkstheaters Rostock, Joachim Kümmritz, hofft auf ein volles Haus. Er startet beschwingt in die neue Spielzeit 2016/17: mit der Premiere „Paris, Paris“, einem Operetten-Mix des Komponisten Jacques Offenbach. „Eine leichte Inszenierung – konzertant durch Paris“, sagte Kümmritz. Nach alter Planung sollte das niederdeutsche Lustspiel „Oma ward verköfft“ von Franz Streicher die Saison eröffnen. Doch Kümmritz plante um. Zudem stellte er fest:

„Vor mir wurde weniger Wert auf den Großen Saal als Spielstätte gelegt. Aber wenn ich ein volles Theater will, muss ich den größten Raum bespielen.“

Den „Krieg zwischen allen Beteiligten“ um das Volkstheater wolle er dringend beenden, hatte Kümmritz vor einigen Wochen gesagt. In den vergangenen Tagen habe er gute Gespräche mit den Mitarbeitern geführt. „Die Kollegen sprechen von einem Scherbenhaufen, der da vor ihnen liegt. Den will ich jetzt zusammenkleben.“ Große Sorgen mache ihm, dass „überall jemand fehle“. „Da gibt’s niemanden für die Pressearbeit, keinen Musikdramaturgen; vor allem brauche ich einen Leiter für die Tagesplanung!“ Und es gebe aktuell nur acht Schauspieler. Aber er habe zu den neuen Kollegen gesagt: „Weinen wollen wir nicht, sondern nach vorne schauen!“

So liege nun ein Spielplan vor, der viele Wiederaufnahmen habe, aber auch ein paar Premieren. Mehr sei „nicht leistbar in den drei, vier Wochen Planungszeit“. Das „Feuerherz“ mit der Punkband „Feine Sahne Fischfilet“, mit dem Latchinian mehr junges Publikum anziehen wollte, werde ebenso wiederaufgenommen wie die Oper „Die Entführung aus dem Serail“. Das Schauspiel bringt im Herbst die Premiere „Spur der Steine“ heraus.

Kümmritz übernimmt nach monatelangem Streit zwischen der Rostocker Bürgerschaft, der Stadtverwaltung und Intendant Latchinian die Leitung des Volkstheaters. Dass er ein Händchen dafür hat, bewies er von 1990 bis 2016 in der Intendanz des Schweriner Staatstheaters und seit 2014 als Intendant der Theater GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz. Die legte gerade die Besucherzahlen der Spielzeit 2015/16 vor. Danach kamen in beiden Städten 120 000 Besucher ins Theater – mehr als ins Volkstheater Rostock. Kümmritz will in der größten Stadt des Landes „vernünftiges Mehrspartentheater“ machen.

OZ

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