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Kultur Nordisches Flair und baskisches Feuer
Nachrichten Kultur Nordisches Flair und baskisches Feuer
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00:00 05.02.2018
Stralsund

Wenn in Stralsund vom „Baltischen Winter“ die Rede ist, dann meint man keine Wetterlage, sondern jenes kleine Musikfest, das nun bereits zum siebenten Male in der Stadt am Sund stattfindet. Veranstalter ist die Brahmsgesellschaft Stralsund e.V. (2007), die sich bemerkenswert selbstbewusst die Förderung von Kunst, Kultur, Bildung und Erziehung in Form von Konzerten sowie Weiterbildungen in Leistungskursen, Qualifizierungen im nichtprofessionellen Bereich und Stipendienvergaben auf die Fahne geschrieben hat.

Und dies schon seit langem in Gemeinschaft mit der Deutsch-Finnischen Gesellschaft, die dann auch am vergangenen Freitag in der Kapelle St. Annen und Brigitten das eröffnende Konzert mit dem finnischen Klaviertrio „La Rue“ beisteuerte – natürlich mit viel finnischer Musik.

Da gab es ein frühes, erst seit kurzem zugängliches Trio vom Altmeister Jean Sibelius („Havträsk“), das die mit Musizierlust und stringenter Gestaltung überzeugenden Gäste in noch ganz romantischem Wohlklang präsentierten, ehe sie mit Joonas Kokkonens Klaviertrio von 1948 sowie Juha T. Koskinens 2. Klaviertrio (2015-2017) den Bogen in neuere Zeiten spannten. Bei Kokkonen geschieht dies eher traditionsorientiert, aber klangattraktiv romantisch „modernisiert“ und mit viel Gefühl für expressives Melos wie ausladende Pathetik.

Koskinen – in Berlin lebend – schreibt dagegen weitaus unorthodoxer, tonal oft frei und setzt auf pointierte, griffige Motivik voller komprimierter Ausdrucksstärke. Redseligkeit ist seine Sache nicht; Atmosphärisches (Landschaften) fehlen dennoch nicht.

Finnische Musik – nicht nur hier gut für attraktive, hörenswerte Entdeckungen! Dass die Gäste stilistisch auch ganz anders können, bewiesen sie mit Ravels berühmtem a-Moll-Trio; dies in einer Aufführung, die elegant leichte, verführerisch schwerelos scheinende Klangfarbigkeit mit ausdrucksintensiver Strenge und rauschhafter Akkordik verband. Coole Nordländer und baskisches Feuer – auch das war stark!

OZ

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