Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur "Nur" Roma
Nachrichten Kultur "Nur" Roma
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:56 15.07.2013
Die Angst, die Mari (Katalin Toldi) plagt, ist spürbar. Quelle: Peripher Film
Anzeige

"In unvergesslichen Bildern zeichnet der Regisseur den Wendekreis der Angst, in dem die Roma leben, immer auf der Flucht, immer in Erwartung der nächsten Demütigung, immer in der Not, lieber unsichtbar und schutzlos, als sichtbar und ausgeliefert zu sein" - so formulierte es die Berlinale-Jury, die "Just The Wind" 2012 den Friedensfilmpreis und den Großen Preis der Jury zusprach. Inspiriert von einer realen Angriffsserie auf ungarische Roma, die zwischen 2008 und 2009 sechs Menschen das Leben kostete, erzählt Bence Fliegauf die aufreibende Geschichte einer fiktiven Familie, die eine Vielzahl sehr realer Grausamkeiten erdulden muss.

Mari (Katalin Toldi) lebt in Angst: Mehrere Roma-Familien wurden in den letzten Monaten nachts überfallen und grausam ermordet, zuletzt ganz in der Nähe des Hauses, in dem sie mit ihren Kindern Anna (Gyöngyi Lendvai) und Rió (Lajos Sárkány) wohnt. Jedes Knacken, jedes kleine Geräusch könnte die Ankündigung der großen Katastrophe sein, die von Beginn an unabwendbar scheint. Oder eben doch "nur der Wind", wie Mari ihre Kinder uns sich selbst zu beruhigen versucht.

Höchst bedrohlich wirkt die Atmosphäre, die durch die unruhige Kameraführung von Zoltán Lovasi und die nervösen Schnitte von Xavier Box geschaffen wird. Und mit jeder Demütigung, jeder unverhohlenen Fremdenfeindlichkeit, die den einzelnen Familienmitgliedern im Laufe der 24-stündigen Handlung widerfährt, scheint die Gefahr konkreter zu werden. Nur die Richtung, aus der der große Schlag kommen muss, wird immer unvorhersehbarer. Zwangsläufig wird sich der Zuschauer an das beklemmende Gefühl erinnern, das "Just The Wind" in ihm hinterließ, wenn er das nächste Mal über den Rechtsruck in Ungarn liest. Und sich fragen muss, wie weit Film und Realität wohl wirklich auseinander liegen.

Homepage Peripher

Infoseite zum Film

(Flash)

(WMV)

Trailer zu: Just The Wind

teleschau

„Schorny spielt auf“ hieß es am Mittwoch bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern im Schweriner Strandpavillon von Zippendorf.

12.07.2013

Rostocker Kunstverein eröffnet gleichzeitig Ausstellungen in der Galerie Amberg 13 und der Petrikirche. Werke von 23 Künstlern vorgestellt.

12.07.2013

Die Festspiele MV präsentieren den Thomanerchor Leipzig. 680 Besucher in der St.-Maria- und St.-Nikolaus-Kirche Sternberg.

12.07.2013
Anzeige