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Kultur OZ-Leser sind dagegen, Sittes und Cremers Kunst zu verbieten
Nachrichten Kultur OZ-Leser sind dagegen, Sittes und Cremers Kunst zu verbieten
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15:38 26.11.2018
Fritz Cremer „Liegender Akt“ Quelle: VG Bild-Kunst Bonn; Galerie Schwind
Rostock

„Darf man diese Bilder zeigen?“ Seit 11. November zeigt die Kunsthalle Rostock Gemälde von Willi Sitte (1921-2013) und Plastiken und Zeichnungen von Fritz Cremer (1906-1993). Sitte war als Präsident des Verbandes Bildender Künstler (VBK) in der DDR hoher Funktionär, der sowohl das System der privilegierten Künstler im Sozialismus etablierte, als auch Lebenswege von nicht konformen Künstlern zerstört hat. Auch Cremer war als Vize-Präsident der Akademie der Künste in der DDR hoher Funktionär. Und beide waren große Künstler.

Es war vorauszusehen, dass die Kunsthalle mit dieser Ausstellung polarisiert und Fragen aufwirft, wie man mit dieser Kunst umzugehen hat. Es steht der Vorwurf im Raum, dass sich die Kunsthalle bei Sitte auf dessen Frühwerk konzentriere. Sein Werk als Staatskünstler ab den 60er-Jahren jedoch völlig vernachlässige. Auch stellt sich die Frage, ob man die Kunst unkommentiert darstellen darf oder ob man sie in einem renommierten Museum wie der Kunsthalle verbieten sollte.

Die OSTSEE-ZEITUNG hat in einer Umfrage ihre Leser befragt. Auf die Frage, ob es richtig sei, „dass die Kunsthalle die Werke von Willi Sitte und Fritz Cremer zeigt“, antworten 96,3 Prozent mit Ja. Dagegen sind 2,2 Prozent. Auf die Frage ob man in Sachen Freiheit der Kunst bei DDR-Künstlern eine Ausnahme machen sollte, wenn sie sich mit dem System arrangiert haben, antworten 72,8 Prozent mit Nein. 20,2 Prozent befürworten die Ausnahme. Auch bei der Frage, ob die Schau dem Image der Kunsthalle schadet, ist die Verteilung ähnlich. 92,5 Prozent sehen in der Ausstellung keinen Image-Schaden für die Kunsthalle.

Michael Meyer

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