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Opernstar Netrebko verliebt auf der Bühne

Salzburg Opernstar Netrebko verliebt auf der Bühne

Die russische Diva und ihr neuer Ehemann Yusif Eyvazov begeistern bei den Salzburger Festspielen

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Anna Netrebko und Yusif Eyvazov

Quelle: V. Shirkov

Salzburg. . Die  Salzburger Festspiele ohne die große Sopranistin Anna Netrebko, das ist wie Salzburger Festspiele ohne Mozart. 2002 startete sie hier in einer legendären Inszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts „Don Giovanni“ als Donna Anna ihre atemberaubende Karriere. Netrebko wird längst und zu Recht in einem Atemzug genannt mit Diven wie der unvergessenen Maria Callas. In diesem Jahr ist sie zwar „nur“ in einer konzertanten Opernaufführung zu erleben, in Giacomo Puccinis Musikdrama „Manon Lescaut“ mit dem Münchner Rundfunkorchester. Doch was sie am Montagabend in der ersten Aufführung an Klangschönheit, stimmlicher Dramatik und überzeugender körperlicher Präsenz bot, war absolute Sonderklasse.

An ihrer Seite ihr neuer Ehemann, der aserbaidschanische Tenor Yusif Eyvazov. Die beiden hatten sich just bei einer Aufführung von „Manon Lescaut“ kennen- und lieben gelernt. Vergangenes Jahr heiratete das Paar mit einigem Pomp in Wien, mit weißer Kutsche und Prunkfeuerwerk. Der Sohn eines Universitätsprofessors ist Netrebkos zweiter Mann. Zuvor war sie mit dem uruguayaischen Bassbariton Erwin Schrott liiert. Aus dieser Verbindung stammt Netrebkos Sohn Tiago.

Beim konzertanten Opernabend im Großen Festspielhaus wirkten Netrebko und Eyvazov wie ein frisch verliebtes Paar. Ihre Zuneigung schien ganz natürlich, nicht opernhaft. Eyvazov spielte den Studenten Renato Des Grieux, der sich in Manon Lescaut, eine bildhübsche, Luxus liebende junge Frau verliebt. Die etwas verquaste Geschichte endet irgendwo in der US-amerikanischen Einöde, wohin Manon deportiert wird – ihr rachsüchtiger, ältlicher, aber reicher Aushälter Geronte hat sie angezeigt. Des Grieux folgt ihr aus freien Stücken.

Manon Lescaut ist eine von Netrebkos Paraderollen. Besonders ergreifend ist der kurze vierte Akt, in dem Manon in den Armen ihres Geliebten in dunkelsten, süßesten Klängen ihr Leben aushaucht.

Netrebko verfügt mittlerweile in allen Lagen über ein stimmliches Fundament, das ihr nicht nur ermöglicht, Spitzenstöne mit magischer Sicherheit anzusteuern, sondern auch subtilste, delikateste Nuancen zu gestalten.

Ihr Lebens- und Bühnenpartner Eyvazov verfügt über eine stimmliche Kraft, mit der er mühelos die Arena von Verona beschallen könnte. Leider trägt seine zuweilen etwas scharfe Stimme nur dann wirklich, wenn er in die Vollen geht. In den zurückgenommenen, lyrischen Passagen wirkt sein Organ brüchig. Trotzdem wurde er am Ende fast genauso frenetisch umjubelt wie Netrebko selbst. Er nahm die Ovationen auf Knien entgegen und wischte sich beim Aufstehen die tränenfeuchten Augen. Berührend. Georg Etscheit

OZ

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