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Orchesterfest mit inspirierenden Dirigenten

Rostock Orchesterfest mit inspirierenden Dirigenten

Das 2. Philharmonische Konzert der Norddeutschen Philharmonie bot Werke von Frédéric Chopin, Maurice Ravel und Igor Strawinsky

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Heinz-Jürgen Staszak über das 2. Philharmonische Konzert in Rostock

Rostock. Frédéric Chopins Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 11 (1830) war der Ehrengast des zweiten Flügelfestes der Norddeutschen Philharmonie Rostock im 2. Philharmonischen Konzert ihrer Jubiläumssaison. Und mit ihm die junge Pianistin Janka Simowitsch (29), in Rostock geboren, hier aufgewachsen und überwiegend ausgebildet und immer noch hier lebend, ein Liebling der Rostocker Musikfreunde. Sie präsentierte es mit einer gereiften Emotionalität, nicht mit dem nur träumerisch-verhangenen romantischen Blick und auch nicht mit einer nur glanzvolle Bravour ausstellenden Virtuosität, sondern klar- und feinsinnig, ohne ins Sentimentale zu rutschen, von filigraner Durchsichtigkeit, bis in die perlenden virtuosen Figurationen hinein.

In empfindsamer Delikatesse spürte sie dem Schmerzlichen und Sehnsüchtigen, der Melancholie und Wehmut nach und ließ sie in kultivierter Schönheit erglänzen.

Zugleich – und noch viel mehr – war dieses Konzert auch ein Orchesterfest, dank des inspirierenden Nürnberger Dirigenten Marcus Bosch (46), der die Philharmonie in seinem nun schon vierten Gastdirigat zu einer fabelhaften Leistung führte. Zunächst mit dem Orchesterjuwel „Alborada del Gracioso“ (1918) von Ravel, mit zarten Klangmischungen und dreinfahrenden spanischen Rhythmen, nicht heißblütig, sondern die leise Melancholie fast kühl kalkuliert.

Überboten wurde dies noch durch Strawinskys Petruschka-Suite (1911/1947), die ein hochvirtuoses Orchester verlangt. Und die Philharmonie blieb da in spielfreudiger Intensität nichts schuldig: mit einem reichhaltigen Spektrum an überraschenden Klangfarben, mit fulminanten Bläserleistungen, mit der bedrohlichen Kraft brachialer Rhythmen, mit magischer Zartheit und witziger Travestie. So wurde aus dieser einstigen bürgerschreckenden Provokation und der Aufstörung der Saturiertheit hier eine Musik von hinreißender Wirkungsmacht in der kontrastreichen Fülle des wirklichen Lebens.

OZ

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