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Ost-Rock-Klassiker wieder zum Leben erweckt

Rostock/Zinnowitz Ost-Rock-Klassiker wieder zum Leben erweckt

Am Sonnabend spielte die Stern-Combo Meißen in Rostock vorwiegend Songs aus den ersten 25 Jahren ihrer Karriere. Gestern gastierte die Band in der Blechbüchse Zinnowitz.

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Die Stern-Combo Meißen trat am Samstag in der Rostocker Nikolaikirche (Foto) und gestern in der Zinnowitzer Blechbüchse auf.

Quelle: Dietmar Lilienthal

Rostock. Ihr großes Jubiläum nimmt die Stern-Combo Meißen in diesem Jahr zum Anlass, um auf Tour zu gehen. Denn seit 50 Jahren gibt es die Band schon; in der DDR hatte sie ihre größten Erfolge. Sie erspielte sich seinerzeit auf vielen Konzertbühnen einen großen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad, auch etliche Langspielplatten legten davon Zeugnis ab.

So waren es auch die Hits von damals, die die Combo dem Publikum am Samstag in der Rostocker Nikolaikirche und gestern in der Blechbüchse in Zinnowitz servierte: „Der weite Weg“, „Also was soll aus mir werden“, „Die Sage“, „Der Alte auf der Müllkippe“ und natürlich „Der Kampf um den Südpol“, dazu auch drei Songs aus ihrem neuesten Album „Lebensuhr“.

Wichtig waren und sind die Texte, die beim heutigen Hören immer noch ihre Qualitäten haben — oft sind sie poetisch und berührend, manchmal etwas altertümlich, hin und wieder auch ein bisschen belehrend. Musikalisch bewegte sich die Band auf ihrem gewohnten Terrain. Zumeist war es der etwas akademisch wirkende Artrock der Siebziger, geschult an britischen Vorbildern wie Emerson Lake &

Palmer oder Genesis. Die Stern-Combo verzichtete am Sonnabend allerdings auf ihre langen Klassik-Adaptionen, sondern deutete sie nur kurz an. Später wurde es etwas leichtfüßiger, denn es ging auch in das Repertoire der Achtziger hinein, mit dem sich die Gruppe damals Pop-Einflüssen geöffnet hatte, das waren Songs wie „Der eine und der andere“ oder natürlich „Wir sind die Sonne“.

Von ihrem Nachruhm kann die Band heute noch zehren, rund 400 Besucher waren in die Nikolaikirche gekommen. Und so ein Ostrock-Abend geht immer über die Musik hinaus, ist für viele Besucher nicht nur Spaß an der Musik, auch ein Stückchen kollektives Erinnern.

Allerdings ist die Combo personell kaum wiederzuerkennen, die Bandbiografie wurde mit zahllosen Besetzungswechseln etwas unübersichtlich. Aber der Geist der Gruppe scheint immer noch da zu sein.

Gründungsmitglied, Schlagzeuger und Bandchef Martin Schreier blieb zwar im Mittelpunkt der Bühne, als Star des Abends erwies sich aber der junge Keyboarder und Sänger Manuel Schmid, optisch eine Mischung aus dem jungen Keith Emerson und Sweet-Sänger Brian Connolly, der wesentlich zur Bühnenpräsenz beitrug. „Er hat schon in der 5. Klasse das Repertoire der Combo draufgehabt“, würdigte ihn Martin Schreier. Manuel Schmid überzeugte auch mit leisen Tönen wie im Liebeslied „Du komm her“. Sebastian Düwelt (Keyboard), Axel Schäfer (Bass) und Frank Schirmer (Schlagzeug) heißen derzeit die weiteren Mitglieder der Combo, so bewältigt die Gruppe heute noch die manchmal sehr komplexen Kompositionen. Ein Minuspunkt des Abends blieb allerdings der unausgewogene Soundmix, der offenbar der schwierigen Kirchen-Akustik geschuldet war, da gab es sehr viel Hall.

Während des Konzerts würdigte die Stern-Combo auch zwei ehemalige Mitglieder, denen sie viel zu verdanken hat. Zum einen der Anfang 2014 verstorbene Keyboarder Thomas Kurzhals, der für die Gruppe zahlreiche Kompositionen schrieb, zum anderen Sänger Reinhard Fißler, den eine Krankheit schon lange ans Bett fesselt. Und dass am Ende des Konzerts für die Gitarrenarbeit auch der Band-Tontechniker auf die Bühne kam, war auch ein sympathischer Zug.

Er hatte schon in der
5. Klasse das Repertoire der Combo drauf.“ Bandchef Martin Schreier über Keyboarder Manuel Schmid

 



Thorsten Czarkowski

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