Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Ostdeutschland: Ein Ort für wunderbare Geschichten
Nachrichten Kultur Ostdeutschland: Ein Ort für wunderbare Geschichten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 26.09.2018

Leipzig. Der Regisseur Thomas Stuber (37) leuchtet in seinen Filmen ostdeutsche Schicksale aus. Die Region biete wunderbare Geschichten, findet der 37-Jährige. Wie er seine Zusammenarbeit mit dem Autor Clemens Meyer fortsetzen will und warum er mit Selbstbewusstsein an die Projekte herangeht, erzählt er im Interview.

Thomas Stuber Quelle: Foto: Rumpenhorst/dpa

Sie haben „Herbert“, „In den Gängen“ und jetzt für den MDR „Kruso“ gemacht – alle mit einem Ost-Bezug. Warum suchen Sie sich verstärkt solche Themen aus?

Thomas Stuber: Ich habe gerade für den Hessischen Rundfunk einen „Tatort“ gedreht, der mit dem ostdeutschen Thema nichts zu tun hat. Ich habe auch eine Sehnsucht nach solchen Sachen. Trotzdem habe ich aber keine Berührungsängste, als der zu gelten, der ostdeutsche Geschichten macht. Was ich mit Clemens Meyer fürs Kino mache, das Autorenkino, da interessiert mi

ch vor allem die Post-Wende. Die 90er, die 2000er – was hat das mit dem Landstrich und den Menschen hier gemacht.

Was macht die Zusammenarbeit mit Clemens Meyer für Sie aus?

Er erzählt von Orten und Figuren, von denen er was versteht. Ich habe mit ihm einen Partner gefunden, der entweder solche Geschichten als Vorlage schreibt oder mit mir zusammen als Drehbuch, in denen ich mich wohlfühle, in denen ich mich auskenne, die aber auch über sich hinausweisen. Für uns ist das Interessante: Genau zu sein an einem bestimmten Ort, mikrokosmisch was zu berichten und dann zu gucken, dass man drüber hinaus etwas erzählt.

Kommen Ost-Themen inzwischen besser beim Publikum an als noch vor ein paar Jahren?

Das weiß ich nicht. Ich gehe da mit der Prämisse vor, immer weiter zu machen. Ich glaube nicht, dass man Publikum erziehen kann. Aber wenn man dem Publikum nur inhaltslosen Kommerzkram vorsetzt, hat es ja keine andere Wahl, als das zu gucken. Deswegen versuchen wir mal den Gegenentwurf.

Wenn Sie mit einem stillen Film wie „In den Gängen“ ankommen – ist es leicht, Finanziers zu finden?

Ehrlich gesagt ja. Die Geschichte hat von Anfang an überzeugt. Das hat gar nichts mit Ostdeutschland zu tun. Es waren die besondere Herangehensweise, das besondere Tempo, die Figuren, die Warmherzigkeit. Bei der Mitteldeutschen Medienförderung musste ich mit so einem Stoff nicht auf den Knien gerutscht kommen. Wir haben einen Autor aus Leipzig, wir haben einen Regisseur aus Leipzig, wir haben einen Stoff, der in Ostdeutschland spielt. Das ist doch toll, dass eine Mitteldeutsche Medienförderung oder ein MDR hier wieder relativ große Geschichten ansiedeln können.

Klingt nach einem neuen Selbstbewusstsein.

Ja. Und damit meine ich uns. Ich gehe den Weg mit Clemens, ich gehe den Weg mit meinem Kameramann, mit meiner Szenenbildnerin. Mir gefällt der Gedanke, dass wir eine eigene, unverwechselbare Sprache entwickeln. Wir arbeiten schon am nächsten Kinofilm, „Die Stillen Trabanten“. Wir wollen diesen Weg weitergehen. Es ist legitim, dafür ein Selbstbewusstsein zu haben und zu sagen: Hier kommen wir.. Zimmermann

B

Die Verfilmung des Hiddensee-Romans „Kruso“ wird heute in der ARD gezeigt / Das Zeltkino in Vitte lädt zum Public Viewing

26.09.2018

Niederländerin Sharon Kovacs besingt Lebenskrisen mit Grandezza und erinnert an Amy Winehouse

26.09.2018

Dieser Tage kommt das zweite Album der vorpommerschen Musiker heraus

26.09.2018